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EU verhängt 550 Millionen Euro Strafe gegen AliExpress
Die Europäische Union hat gegen den chinesischen Online-Marktplatz AliExpress eine Geldbuße in Höhe von 550 Millionen Euro verhängt. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden unter anderem gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika teilweise wochenlang nicht von der Plattform entfernt.
Die Kommission kritisiert, dass AliExpress nicht genug unternommen habe, um Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU vor illegalen Produkten zu schützen. Händler, die für den Verkauf solcher Waren hätten sanktioniert werden sollen, hätten ihr Geschäft nach Einschätzung der Behörde teilweise weiterbetreiben können.
Als weiteren Mangel nennt die EU-Kommission eine unzureichende personelle Ausstattung für die Kontrolle potenziell illegaler Produkte. Die Kontrolleure hätten zu viel Arbeit, während rechtswidrige Angebote teilweise noch empfohlen oder beworben worden seien, bevor sie von der Plattform entfernt wurden.
Tests der Brüsseler Internetwächter hätten gezeigt, dass weiterhin zahlreiche gefälschte T-Shirts und Schuhe sowie unsicheres Kinderspielzeug im Umlauf gewesen seien. Die EU-Kommission sieht darin auch eine Benachteiligung seriöser Unternehmen, die in Design, Sicherheitsprüfungen und Innovation investieren.
„Wir sind mit der heutigen Entscheidung und der unverhältnismäßigen Geldbuße nicht einverstanden“, teilte AliExpress mit.
Das zum Alibaba-Konzern gehörende Unternehmen erklärte, die Strafe berücksichtige die erheblichen und proaktiven Verbesserungen nicht angemessen. AliExpress prüfe die Entscheidung sorgfältig und erwäge alle verfügbaren Optionen.
Der Handelsverband Deutschland begrüßte die Entscheidung. Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des HDE, forderte, Verstöße künftig schneller zu erkennen und konsequent zu sanktionieren.
„Unsichere und nicht-konforme Produkte gefährden Verbraucherinnen und Verbraucher und verzerren den Wettbewerb“, sagte Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.
Asiatische Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress steigern laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland ihre Bedeutung. Im zweiten Quartal entfielen auf diese Anbieter 5,3 Prozent der Onlinehandelsumsätze in Deutschland.
Wegen der wachsenden Paketflut aus dem Ausland wird in der EU seit diesem Monat für jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro eine Abgabe in Höhe von drei Euro fällig. AliExpress muss bis zum 20. Oktober einen Aktionsplan zur Nachbesserung in Brüssel vorlegen.
Das Verfahren läuft unter dem Gesetz über digitale Dienste, das seit Februar 2024 gilt. Möglich sind Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des gesamten Konzerns; im Fall von Alibaba wären laut Quelle über sieben Milliarden Euro möglich. Der von der Europäischen Kommission betrachtete Jahresumsatz des Alibaba-Konzerns lag bei etwa 120 Milliarden Euro.
Die Geldbuße gegen AliExpress ist laut Quelle die bisher höchste unter dem Gesetz über digitale Dienste. Zuletzt hatte die EU-Kommission gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu eine Strafe von 200 Millionen Euro wegen des Verkaufs illegaler Produkte verhängt.
Infobox: AliExpress muss 550 Millionen Euro zahlen und bis zum 20. Oktober einen Aktionsplan vorlegen. Im zweiten Quartal entfielen 5,3 Prozent der Onlinehandelsumsätze in Deutschland auf asiatische Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress.
Quelle: Logistik Heute
Knapp rüstet Asung Daiso für den E-Commerce-Boom aus
Asung Daiso, Betreiber der führenden koreanischen Fixpreis-Handelskette, wird an seinem neuen Standort in Yangju eine hochautomatisierte Omnichannel-Lösung von Knapp umsetzen. Es handelt sich nach Angaben des Industriemagazins um das größte Shuttle-System, das Knapp bislang in Südkorea errichtet hat.
Das Projekt ist zugleich das elfte Knapp-Projekt in Korea und das vierte gemeinsame Projekt mit Asung Daiso. Das Unternehmen entwickelte sich vom koreanischen Start-up zur beliebtesten Fixpreis-Handelskette Südkoreas.
Asung Daiso erzielte 2024 mit rund 2,46 Mrd. Euro den höchsten Umsatz seiner Firmengeschichte. Das Sortiment umfasst rund 50.000 Artikel, darunter Haushalts- und Küchenwaren, Deko- und Wohnaccessoires, Schreib- und Büroartikel, Beauty- und Pflegeprodukte sowie Freizeit- und Kinderartikel.
Das stetig wachsende Sortiment, die starke Nachfrage im E-Commerce und die tägliche Versorgung von rund 1.000 Filialen führten zur Entscheidung für ein neues Logistikzentrum. Erstmals sollen alle Vertriebskanäle in einer integrierten Omnichannel-Lösung gebündelt werden.
Im Zentrum der Anlage steht das Evo Shuttle 1D von Knapp. Die Lösung soll durch hohe Lagerdichte, Flexibilität und Skalierbarkeit sowohl Batch-Picking für die Filialbelieferung als auch Goods-to-Person-Prozesse für den E-Commerce ermöglichen.
„Mit der neuen Knapp-Lösung ist es uns erstmals gelungen, die Versorgung unserer Filialen und die Abwicklung unserer Online-Bestellungen über eine vollständig integrierte Lösung zusammenzuführen“, erklärt Chang In Hwan, Vice President Asung Daiso.
Das neue Logistikzentrum in Yangju erstreckt sich über drei Ebenen mit insgesamt 165.000 m² Lagerfläche. Im Herzstück der Anlage arbeitet ein 20-gassiges Evo Shuttle 1D mit nahezu 140.000 Lagerplätzen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Standort | Yangju |
| Lagerebenen | 3 |
| Lagerfläche | 165.000 m² |
| Shuttle-System | 20-gassiges Evo Shuttle 1D |
| Lagerplätze | nahezu 140.000 |
| E-Commerce-Bestellungen | bis zu 50.000 täglich |
| Filialen | rund 1.000 |
| Artikel pro Tag | mehr als 1,1 Mio. |
Ergänzt wird das Shuttle-System durch Sorter für die Flow-Rack-Bereiche, Pick-it-Easy-Stationen für den Online-Handel sowie Förder- und Verbindungsstrecken über alle Ebenen. Für die Filialbelieferung kommt ein Batch-Picking-Konzept zum Einsatz, das große Auftragsmengen in kurzer Zeit zusammenführt und sortenrein bereitstellt.
Die Softwarelösungen reichen von KiSoft WCS für die Maschinensteuerung bis zu KiSoft Analytics. Sie steuern und überwachen laut Quelle sämtliche Materialflüsse und sollen Transparenz in Echtzeit ermöglichen.
Die Anlage ist für bis zu 50.000 E-Commerce-Bestellungen täglich ausgelegt. Gleichzeitig soll sie rund 1.000 Stores mit mehr als 1,1 Mio. Artikeln pro Tag versorgen.
Knapp und Doosan Logistics Solution arbeiten seit 2018 gemeinsam an Logistikprojekten. In dieser Zeit wurden drei Anlagen realisiert, die zum Wachstum von Asung Daiso beigetragen haben. Mit dem Projekt in Yangju wird die Zusammenarbeit fortgesetzt.
Infobox: In Yangju entsteht auf drei Ebenen eine 165.000 m² große Omnichannel-Anlage mit nahezu 140.000 Lagerplätzen. Die geplante Leistung umfasst bis zu 50.000 E-Commerce-Bestellungen sowie mehr als 1,1 Mio. Artikel pro Tag.
Quelle: Industriemagazin
Amazon erhöht Löhne für Logistik-Mitarbeiter – Verdi bleibt kritisch
Amazon erhöht das Gehalt seiner Logistik-Mitarbeiter in Deutschland. Beschäftigte erhalten ab September nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit einen Stundenlohn von 18,87 Euro, was laut Amazon 3,1 Prozent mehr als zuvor entspricht.
Amazon hat keinen Tarifvertrag mit einer Gewerkschaft abgeschlossen und legt die Entgelte selbst fest. Verdi kritisiert dieses Vorgehen seit Langem und ruft immer wieder zu Warnstreiks bei Amazon auf.
Der neue Stundenlohn von 18,87 Euro ist laut Amazon ein „Netzwerkdurchschnitt“. An manchen Standorten, etwa im Münchner Umland, liegt er darüber, an anderen, etwa in Ostdeutschland, darunter. Der Stundenlohn beträgt ab September mindestens 18 Euro und damit gut vier Euro mehr als der Mindestlohn von 13,90 Euro.
Betroffen sind ungelernte Kräfte an mehr als 100 Logistik-Standorten in Deutschland. Dazu gehören Beschäftigte, die Waren aus Regalen holen und in Pakete verpacken. Die Wochenarbeitszeit liegt bei 35 bis 40 Stunden.
Fachkräfte und Menschen in Leitungsfunktionen verdienen mehr. Die Amazon-Paketboten sind von der Lohnerhöhung nicht erfasst, weil sie für Subunternehmer tätig sind und die Paketzustellung ausgelagert ist.
Verdi fordert ein Verbot des Subunternehmer-Einsatzes in der Paketbranche. Nach Auffassung der Gewerkschaft sollten Paketboten direkt bei den Logistikkonzernen angestellt sein.
Neue Mitarbeiter an einem Amazon-Standort erhalten ab September einen Stundenlohn von 16,66 Euro. Das entspricht laut Quelle einem Anstieg von 4,1 Prozent im Netzwerkdurchschnitt. Mit dem höheren Aufschlag für neue Beschäftigte will Amazon seine Position auf dem Arbeitsmarkt verbessern.
„Trotz der Lohnerhöhungen bleibt es dabei: Die Beschäftigten fordern rechtsverbindliche Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels und Verhandlungen auf Augenhöhe“, sagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer.
Amazon nennt bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden ein Jahreseinkommen von rund 41.600 Euro für Beschäftigte mit mindestens zwei Jahren Betriebszugehörigkeit. Darin enthalten sind feste Jahresboni von insgesamt 2400 Euro.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Stundenlohn nach zwei Jahren ab September | 18,87 Euro |
| Erhöhung nach zwei Jahren | 3,1 Prozent |
| Stundenlohn für neue Mitarbeiter ab September | 16,66 Euro |
| Erhöhung für neue Mitarbeiter | 4,1 Prozent |
| Mindestlohn | 13,90 Euro |
| Feste Jahresboni | 2400 Euro |
| Jahreseinkommen laut Amazon | rund 41.600 Euro |
Als Vergleich nennt Verdi das Jahresentgelt einer Spätschicht im Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel in Nordrhein-Westfalen mit rund 42.200 Euro. Dieses Beispiel bezieht sich laut Quelle auf einen alten Tarifvertrag von 2024; ein neuer Tarifvertrag ist in Vorbereitung. Ob beide Jahresentgelte unmittelbar vergleichbar sind, bleibt unklar.
Amazon beschäftigt in Deutschland mehr als 40.000 Menschen, mit steigender Tendenz. Das Unternehmen betreibt 23 Logistikzentren, 9 Sortierzentren und mehr als 70 Verteilzentren.
Ende dieses Jahres soll in Zweibrücken im Saarland ein neues Logistikzentrum mit rund 1000 Arbeitsplätzen eröffnet werden. In Könnern in Sachsen-Anhalt entsteht ein weiteres Logistikzentrum mit ebenfalls rund 1000 Jobs; dieser Standort könnte Ende 2027 oder Anfang 2028 in Betrieb gehen.
Amazon plant zudem weitere Standorte in anderen Teilen Deutschlands. Ziel ist es, Waren möglichst nah bei den Kunden zu lagern und dadurch schnell auszuliefern.
Infobox: Der Stundenlohn für Beschäftigte mit mindestens zwei Jahren Betriebszugehörigkeit steigt ab September auf 18,87 Euro. Amazon beschäftigt in Deutschland mehr als 40.000 Menschen und plant Logistikzentren in Zweibrücken mit rund 1000 Arbeitsplätzen sowie in Könnern mit ebenfalls rund 1000 Jobs.
Quelle: TRANSPORT – die Zeitung für den Güterverkehr
AIT Home Delivery baut Zwei-Personen-Next-Day-Lieferservices aus
AIT Home Delivery hat sein Deutschlandgeschäft zehn Monate nach dem Start seines Zwei-Personen-Next-Day-Lieferservices ausgebaut. Ein neuer Logistikstandort in Hannover, ein flächendeckendes Zustellnetz und mehrere Neukunden sollen Deutschland zur zentralen Drehscheibe des Heimlieferdienstes in Europa machen.
Nach Angaben des Unternehmens wurde ein zentraler Lager- und Distributionsstandort in Hannover aufgebaut. Außerdem etablierte AIT ein Zustellnetz, das Lieferungen am nächsten Tag in 94 Prozent der wichtigsten deutschen Bevölkerungszentren ermöglichen soll.
AIT Home Delivery ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von AIT Worldwide Logistics. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Heimlieferung sperriger oder beratungsintensiver Waren mit Zwei-Personen-Teams.
Je nach Kundenanforderung umfasst das Angebot den Transport bis zur Haustür, das Tragen in den gewünschten Raum, Montage- und Installationsarbeiten sowie die Mitnahme und Entsorgung von Verpackungsmaterial. Hinzu kommen vierstündige Lieferzeitfenster und eine Echtzeitkommunikation mit den Empfängern während des Zustellprozesses.
„Wir haben die Chancen in ganz Europa bewertet und Deutschland hat sich als klarer Spitzenreiter herausgestellt“, sagt Gary McKelvey, Vizepräsident für Global Home Delivery bei AIT.
Als Gründe für die Standortentscheidung nennt AIT das Straßennetz, dicht besiedelte Ballungsräume und die größte Volkswirtschaft Europas. Das Unternehmen sieht zudem eine wachsende Nachfrage nach hochwertigen Heimlieferdiensten mit Transparenz, planbaren Lieferzeiten und zusätzlichen Serviceleistungen.
Das deutsche Geschäftsmodell basiert auf einem Zwei-Personen-Heimlieferkonzept, das AIT zuvor im Vereinigten Königreich etabliert hatte. Dazu gehören vereinbarte Liefertage, die Zustellung in einen gewünschten Raum, Montage- und Installationsleistungen sowie die Entsorgung von Verpackungsmaterialien.
Das neue Lager- und Distributionszentrum in Hannover verfügt nach Unternehmensangaben über rund 9.000 Palettenstellplätze. Der Standort übernimmt die Lagerhaltung, die Auftragsabwicklung und die Steuerung der Zustellungen auf der letzten Meile.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Start des Services in Deutschland | zehn Monate vor der Zwischenbilanz |
| Zustellung am nächsten Tag | 94 Prozent der wichtigsten deutschen Bevölkerungszentren |
| Palettenstellplätze in Hannover | rund 9.000 |
| Lieferteam | Zwei-Personen-Teams |
| Lieferzeitfenster | vier Stunden |
AIT hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Kundenverträge abgeschlossen. Der Standort Hannover soll künftig nicht nur den deutschen Markt bedienen, sondern auch die Expansion in weitere europäische Länder unterstützen.
Als mögliche Zielmärkte nennt das Unternehmen Österreich, Belgien und die Niederlande. Gleichzeitig sollen internationale Bestandskunden bei ihrer Expansion nach Deutschland sowie deutsche Unternehmen mit Bedarf an hochwertigen Heimlieferungen betreut werden.
AIT betrachtet Deutschland als langfristige europäische Wachstumsplattform. Als Grundlage nennt das Unternehmen die aufgebaute Betriebsinfrastruktur, die erreichte Netzabdeckung, die gewonnenen Kundenaufträge und die Verbindung von Lagerlogistik mit spezialisierten Heimlieferdiensten.
Infobox: AIT Home Delivery erreicht nach eigenen Angaben Lieferungen am nächsten Tag in 94 Prozent der wichtigsten deutschen Bevölkerungszentren. Das Logistikzentrum in Hannover verfügt über rund 9.000 Palettenstellplätze und soll als Ausgangspunkt für die Expansion nach Österreich, Belgien und in die Niederlande dienen.
Quelle: Logistra.de
Quellen:
- E-Commerce: EU verhängt 550 Millionen Euro Strafe gegen AliExpress
- Casestudy: Knapp rüstet Asung Daiso für den E-Commerce-Boom
- Amazon: Mehr Geld für Logistik-Mitarbeiter - Verdi bleibt kritisch - E-Commerce,Gewerkschaften | News
- Zwei-Personen-Next-Day-Lieferservices: AIT Home Delivery baut Heimlieferlogistik in Deutschland aus
- Chinesische Player suchen hierzulande verstärkt Logistikflächen
- Amazon zahlt Logistik-Mitarbeitern in Deutschland künftig mehr, doch die Gewerkschaft Verdi ist damit noch immer nicht zufrieden













