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Logistikimmobilien werden zum strategischen Faktor im E-Commerce
Logistikimmobilien entwickeln sich laut dem e-commerce magazin zu einem entscheidenden Bestandteil leistungsfähiger E-Commerce-Lieferketten. Mit jeder Bestellung beginnt ein physischer Prozess, bei dem kurze Lieferzeiten, hohe Warenverfügbarkeit sowie widerstandsfähige und wirtschaftliche Lieferketten miteinander verbunden werden müssen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wo Waren vorrätig sein müssen, damit sie schnell, zuverlässig und effizient bei den Kunden ankommen. Urbane Logistik verknüpft E-Commerce, Handel, Produktion und regionale Distributionsstrukturen und schafft damit die Voraussetzungen, Waren bedarfsgerecht zu lagern und gezielt zu verteilen.
Bei der Standortwahl verschiebt sich der Fokus von großen Distributionszentren mit überregionaler Anbindung hin zu urbanen Logistikstandorten. Diese verbinden Kundennähe, Arbeitskräftepotenzial und bestehende Wirtschaftsstrukturen. Gleichzeitig werden geeignete Flächen in wirtschaftsstarken Metropolregionen knapper, während neue Gewerbeflächen auf der grünen Wiese vielerorts kaum noch entwickelt werden können.
Das e-commerce magazin hebt deshalb Redevelopments hervor. Bestehende Gewerbestandorte werden dabei weiterentwickelt und für zeitgemäße Logistikprozesse nutzbar gemacht, wodurch vorhandene Flächenpotenziale wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden können.
„Ohne Klick geht nichts – ohne Lager erst recht nicht“, schreibt das e-commerce magazin.
Zusammenfassung: Urbane Logistik, flexible Immobilien und die Weiterentwicklung bestehender Gewerbestandorte gewinnen für Lieferzeit, Warenverfügbarkeit und die Zukunftsfähigkeit des E-Commerce an Bedeutung.
ID Logistics nimmt E-Commerce-Hub bei Aachen in Betrieb
ID Logistics hat Anfang August 2026 im nordrhein-westfälischen Alsdorf bei Aachen den operativen Betrieb eines neuen Logistikzentrums aufgenommen. Der Kontraktlogistiker versorgt von dort die Fulfillment- und Distributionszentren eines nicht namentlich genannten, führenden E-Commerce-Händlers.
Der Standort im Dreiländereck Deutschland, Niederlande und Belgien umfasst acht Hallen mit insgesamt 72.800 Quadratmetern Fläche. Die vollständige Inbetriebnahme ist in vier Betriebsabschnitten vorgesehen und soll bis zum zweiten Quartal 2027 abgeschlossen werden.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Standort | Alsdorf bei Aachen |
| Fläche | 72.800 Quadratmeter |
| Hallen | acht |
| Kapazität | bis zu 50.000 Pakete täglich |
| Inbetriebnahme | vier Abschnitte bis zum zweiten Quartal 2027 |
| Beschäftigte zum Start | rund 65 |
| Geplante Beschäftigte im Vollausbau | rund 300 |
| Man-up-Trucks | 45 |
Die Befüllung des Zentrums hat bereits begonnen. Im weiteren Hochlauf sollen die Mengen entsprechend den Anforderungen des Kunden kontinuierlich steigen; in der Spitze ist der Umschlag sowie die Ein- und Auslagerung von bis zu 50.000 Paketen pro Tag vorgesehen.
Das Lagerkonzept ist für palettierte und unpalettierte Waren ausgelegt. ID Logistics investierte unter anderem in Hochregal- und Schmalgangsysteme, Fördertechnik und Flurförderzeuge. Eine zentrale Rolle übernehmen 45 Man-up-Trucks, bei denen die Bedienperson gemeinsam mit der Kabine angehoben wird, um Waren direkt aus höher gelegenen Regalfächern zu entnehmen.
Die Lagerbewegungen werden über ein Warehouse-Management-System digital gesteuert und überwacht. Das System unterstützt die Bestandsführung und soll für Transparenz bei den Warenbewegungen sorgen. Vor dem Start wurden die Abläufe drei Wochen lang unter realen Bedingungen getestet, darunter Warenannahme, Qualitätsprüfung, Einlagerung, Füllgradüberwachung und Lkw-Handling.
Besonderheit des Projekts ist die Nutzung eines bereits bestehenden Industrieareals. ID Logistics hat den Standort für die neuen Logistikprozesse revitalisiert und weiterentwickelt, statt zusätzliche Flächen zu versiegeln.
„Alsdorf zeigt, dass durch intelligente Planung auch ohne zusätzliche Flächenversiegelung zukunftsfähige Logistikstandorte entstehen können“, sagt Robin Otto, CEO von ID Logistics Germany.
Zum Start arbeiten rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Alsdorf. Mit der schrittweisen Inbetriebnahme der weiteren Hallen soll die Zahl auf etwa 300 steigen.
Infobox: Der neue Hub verfügt über 72.800 Quadratmeter in acht Hallen und soll bis zu 50.000 Pakete täglich umschlagen. Die vollständige Inbetriebnahme ist bis zum zweiten Quartal 2027 geplant; die Belegschaft soll von rund 65 auf etwa 300 Beschäftigte wachsen.
DHL erweitert Infrastruktur und Luftnetz in Shenzhen
DHL Express baut sein Logistiknetzwerk in China aus, um Kunden in einem der größten Fertigungs- und Verbrauchermärkte der Welt zu unterstützen. Nach Angaben von Loginfo24 investierte das Unternehmen 177 Millionen Euro in die Erweiterung seines „Super Gateway“ in Shenzhen.
Die Investition ist laut der Quelle die größte DHL-Investition auf dem chinesischen Festland. Zusätzlich wurde eine neue dedizierte Luftroute mit einem Boeing 767-Frachter eingerichtet, die Shanghai, Bangkok, Bahrain und Brüssel verbindet.
Das erweiterte „Super Gateway“ befindet sich am Flughafen Shenzhen Bao’an. Seine Verarbeitungskapazität wurde auf etwa 900 Tonnen pro Tag verdreifacht. Die Anlage unterstützt damit eine wichtige Fertigungs- und Exportregion Chinas und soll den grenzüberschreitenden Handel, E-Commerce-Sendungen und zeitdefinierte internationale Expressdienste fördern.
Durch die Erweiterung entstehen außerdem mehr als 1.000 Arbeitsplätze. Die Maßnahme soll die Netzwerkkapazitäten von DHL in Südchina stärken und die Verbindungen zwischen China und internationalen Märkten verbessern.
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| Investition | 177 Millionen Euro |
| Verarbeitungskapazität | etwa 900 Tonnen pro Tag |
| Neue Arbeitsplätze | mehr als 1.000 |
| Flugzeug | Boeing 767-Frachter |
| Zusätzliche Kapazität | täglich bis zu 50 Tonnen |
| Route | Shanghai-Bangkok-Bahrain-Brüssel-Shanghai |
| Netzwerk | mehr als 220 Länder und Gebiete |
Der neue tägliche Frachtdienst bietet bis zu 50 Tonnen zusätzliche Kapazität. Er stärkt die Verbindungen zwischen China, Südostasien, dem Nahen Osten und Europa und soll mehr Flexibilität bei den Flugplänen sowie zusätzliche Kapazitäten für schwerere Sendungen schaffen.
Die zusätzliche Transportleistung unterstützt auch das Heavyweight-Express-Angebot von DHL. Dieses ermöglicht den Versand größerer Sendungen über das internationale, zeitdefinierte Expressnetzwerk mit Tür-zu-Tür-Transparenz, Zollkompetenz und vorhersehbaren Transitzeiten.
Als wichtige Nachfragesektoren nennt Loginfo24 Technologie, industrielle Fertigung, Halbleiter, Gesundheitswesen, Datenzentrum-Infrastruktur und neue Energien. Diese Bereiche sind in hohem Maß auf Fertigungs- und Liefernetzwerke in China und Asien angewiesen.
„Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass unsere Kunden über die flexiblen, zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Logistiknetzwerke verfügen, die sie benötigen, um mit Lieferanten, Produktionsstandorten und Verbrauchern weltweit in Verbindung zu treten“, sagt John Pearson, CEO von DHL Express.
Zusammenfassung: DHL verdreifacht die Verarbeitungskapazität des Shenzhen „Super Gateway“ auf etwa 900 Tonnen pro Tag, investiert 177 Millionen Euro und ergänzt das Netzwerk um eine tägliche Boeing-767-Frachtverbindung mit bis zu 50 Tonnen zusätzlicher Kapazität.
Peak Management: E-Commerce-Logistik soll auf unberechenbare Nachfrage reagieren
Das e-commerce magazin widmet seine Ausgabe 4/2026 dem Schwerpunkt „Peak Management – mehr Gewinn dank intelligenter Logistik“. Die Peak Season 2026 lasse sich dem Beitrag zufolge nicht mehr verlässlich im Kalender markieren, sondern entstehe häufig über Nacht durch globale Trends oder spontane Hypes in sozialen Netzwerken.
Als Antwort auf unberechenbare Märkte beschreibt das Magazin nicht mehr nur Vorsorge, sondern „systemische Souveränität“. Logistik und IT müssten dafür neu gedacht und entlang von vier strategischen Säulen strukturiert werden: Post-Peak Profits, Elastic Performance, Agile Execution und Knowledge-driven AI.
Vier Säulen für die Logistik in Spitzenzeiten
- Post-Peak Profits: Retouren sollen nicht ausschließlich als Kostenfaktor betrachtet werden. Wenn Rückläufe schnell wieder in den Verkauf gelangen, kann daraus laut dem Beitrag ein Gewinnhebel werden.
- Elastic Performance: Composable-Strukturen sollen IT-Ressourcen dort zuschalten, wo Shop-Traffic oder Logistiklast stark ansteigen. Das Ziel ist, Systemausfälle zu verhindern und den Check-out flüssig zu halten.
- Agile Execution: Lager, Transport und Order Management sollen enger miteinander verbunden werden, damit Entscheidungen in Echtzeit getroffen werden können.
- Knowledge-driven AI: KI-Agenten sollen Engpässe proaktiv melden. Smartphone-gestützte Prozesse sollen außerdem dafür sorgen, dass Saisonhelfer ohne langes Training produktiv arbeiten können.
Gerhard Unterweger von Knapp stellt laut dem e-commerce magazin das Vorurteil infrage, Retouren verursachten lediglich Kosten. Entscheidend sei die Stelle am Ende der Kette, an der aus einer Rücksendung wieder ein verfügbares Produkt werde.
Stefan Metzger von KPS beschreibt monolithische ERP-Systeme als problematisch bei Lastspitzen. Composable-Strukturen sollen dagegen ermöglichen, Ressourcen gezielt und bedarfsgerecht bereitzustellen.
Dirk Teschner von Infios rückt die operative Vernetzung in den Mittelpunkt. Klassisches Forecasting verliere demnach seine Vorrangstellung, wenn sich Nachfrage und Marktbedingungen kurzfristig verändern.
Samuel Vogel von Pickware stellt ein dialogfähiges Lager vor. Darin melden KI-Agenten Engpässe proaktiv, während intuitive Prozesse auf dem Smartphone Saisonkräften den Einstieg erleichtern sollen.
Infobox: Die Ausgabe 4/2026 des e-commerce magazins ordnet Peak Management anhand von vier Säulen: Post-Peak Profits, Elastic Performance, Agile Execution und Knowledge-driven AI.
Shein reduziert Präsenz in Vietnam deutlich
Shein fährt seinen Betrieb in Vietnam nur ein Jahr nach der Anmietung eines großen Logistikzentrums drastisch zurück. Das berichtet etailment unter Berufung auf Reuters.com.
Von der ursprünglich 15 Hektar großen Fläche bleibe nur noch ein Drittel in Nutzung. Auch beim Personal ist der Einschnitt erheblich: Lediglich jeder vierte Mitarbeiter werde nicht entlassen.
Als Gründe nennt die Quelle das Ende der US-Zollbefreiung für Kleinsendungen sowie einen neuen Zwangsarbeits-Zoll. Dadurch verliere Vietnam einen Teil seines bisherigen Standortvorteils, weil Sendungen teurer oder administrativ schwieriger werden könnten.
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| Ursprüngliche Fläche | 15 Hektar |
| Verbleibende Nutzung | ein Drittel |
| Weiterbeschäftigung | jeder vierte Mitarbeiter |
| Zeitraum seit Anmietung | ein Jahr |
Der Rückzug verdeutlicht laut etailment, wie stark das Geschäftsmodell von Zollregeln, Geschwindigkeit und Kosten abhängt. Wenn Zollvorteile wegfallen, kann sich die Kalkulation für ein auf schnelle Reaktion, niedrige Preise und flexible Warenströme ausgerichtetes Modell deutlich verändern.
Viele Lieferanten seien bereits in die südchinesischen „Shein-Dörfer“ zurückgekehrt. Dort würden Kleinstserien schneller und günstiger entstehen. Für Sheins Lieferstruktur sind damit wieder jene Netzwerke attraktiv, die eine enge Verbindung zwischen Produktion, Versand und kurzfristiger Anpassung an die Nachfrage ermöglichen.
Der Vorgang zeigt nach Darstellung der Quelle, dass niedrigere Standortkosten allein nicht ausreichen. Entscheidend sei vielmehr das Zusammenspiel von Produktion, Versand, Zollbedingungen und Liefergeschwindigkeit.
Zusammenfassung: Shein nutzt in Vietnam nur noch ein Drittel der ursprünglich 15 Hektar großen Fläche; lediglich jeder vierte Mitarbeiter werde nicht entlassen. Als Gründe werden veränderte US-Zollbedingungen, ein neuer Zwangsarbeits-Zoll und die Rückkehr vieler Lieferanten in südchinesische Produktionsnetzwerke genannt.
Quellen:
- Vom Klick zur Tür: Logistikimmobilien entscheiden über den E-Commerce von morgen
- ID Logistics startet Logistikzentrum: Neuer E-Commerce-Hub bei Aachen geht in Betrieb
- DHL erweitert Logistiknetzwerk in Shenzhen
- ID Logistics: Logistics Center in Alsdorf Commences Operations
- Peak Management – mehr Gewinn dank intelligenter Logistik
- Sheins Vietnam-Experiment abgebrochen



















