E-Rechnungsstellung ab 2025: Gesetzliche Änderungen im Überblick

    04.12.2024 481 mal gelesen 0 Kommentare
    • Ab 2025 wird die elektronische Rechnungsstellung für Unternehmen in der EU verpflichtend.
    • Alle Rechnungen müssen in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt und übermittelt werden.
    • Die neuen Regelungen zielen darauf ab, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und die Transparenz zu erhöhen.

    Einführung und Verpflichtung

    Ab dem 1. Januar 2025 wird die E-Rechnungsstellung im B2B-Geschäftsverkehr in Deutschland zur Pflicht. Diese Neuerung ist Teil des Wachstumschancengesetzes, das im März 2024 verabschiedet wurde. Ziel ist es, den Rechnungsprozess zu modernisieren und zu vereinfachen. Unternehmen müssen dann in der Lage sein, elektronische Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten.

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    Es gibt jedoch Übergangsfristen: Bis Ende 2026 dürfen Papier- und PDF-Rechnungen noch verwendet werden. Danach sind sie nur noch für Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 800.000 Euro im Vorjahr zulässig. Diese Regelung bietet kleineren Unternehmen mehr Zeit, sich auf die Umstellung vorzubereiten.

    Definition und Format

    Eine E-Rechnung muss in einem strukturierten elektronischen Datenformat vorliegen. Dieses Format entspricht der europäischen Norm EN 16931. In Deutschland sind die Formate XRechnung und ZUGFeRD (ab Version 2.0.1, jedoch ohne die Profile MINIMUM und BASIC-WL) zulässig.

    Wichtig ist, dass traditionelle Formate wie PDF, .tif, .jpeg oder .docx nicht als E-Rechnung anerkannt werden. Die elektronische Struktur ermöglicht eine automatisierte Verarbeitung und reduziert Fehlerquellen. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Systeme diese Formate unterstützen, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.

    Technische Anforderungen

    Die technischen Anforderungen für die E-Rechnungsstellung sind klar definiert. Der Aussteller und der Empfänger müssen das Rechnungsformat im Vorfeld vereinbaren. Diese Vereinbarung stellt sicher, dass beide Parteien die Rechnung elektronisch verarbeiten können.

    Die Formate müssen der CEN-Norm EN 16931 entsprechen. Diese Norm gewährleistet die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen und Ländern. Das bedeutet, dass Rechnungen problemlos zwischen unterschiedlichen Softwarelösungen ausgetauscht werden können.

    Unternehmen sollten ihre IT-Infrastruktur überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Nur so kann eine reibungslose Umstellung auf die neuen Anforderungen gewährleistet werden. Eine enge Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern kann dabei hilfreich sein.

    Betroffene Unternehmer

    Die Regelung zur E-Rechnungsstellung betrifft alle Unternehmen, die steuerbare Lieferungen und Leistungen im B2B-Bereich erbringen. Dies umfasst eine Vielzahl von Branchen und Unternehmensgrößen. Ab 2028 wird die Verpflichtung auch auf Kleinunternehmer ausgeweitet, was bedeutet, dass selbst kleinere Betriebe sich mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen müssen.

    Voraussetzung für die Verpflichtung ist, dass beide Geschäftspartner im Inland ansässig sind. Das bedeutet, dass Unternehmen, die international tätig sind, je nach Land unterschiedliche Regelungen beachten müssen. Für viele Unternehmen ist dies eine Chance, ihre Prozesse zu modernisieren und effizienter zu gestalten.

    Ziele und EU-Initiative

    Die Einführung der E-Rechnung ist Teil der EU-Initiative ViDA. Diese Initiative zielt darauf ab, ein elektronisches Meldesystem für die Umsatzsteuer zu etablieren. Bis 2030 soll dieses System EU-weit umgesetzt werden. Es wird bestehende Meldesysteme wie die Zusammenfassende Meldung (ZM) ersetzen.

    Das Ziel dieser Initiative ist es, den Steuerbetrug zu reduzieren und die Effizienz der Steuererhebung zu erhöhen. Durch die elektronische Verarbeitung von Rechnungen können Daten schneller und genauer erfasst werden. Dies erleichtert nicht nur den Behörden die Arbeit, sondern auch den Unternehmen, die von einer vereinfachten Buchhaltung profitieren.

    Gesetzgebungsverfahren

    Das Gesetzgebungsverfahren zur Einführung der E-Rechnungsstellung begann im April 2023 mit einem Diskussionsentwurf. Dieser Entwurf wurde intensiv diskutiert und schließlich in das Wachstumschancengesetz integriert. Der Bundesrat stimmte im März 2024 dem Ergebnis des Vermittlungsverfahrens zu.

    Eine entscheidende Rolle spielte auch die Genehmigung durch den EU-Rat, die bereits im Juli 2023 erfolgte. Diese Zustimmung war notwendig, um die neuen Regelungen auf europäischer Ebene zu verankern. Der gesamte Prozess zeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen nationalen und europäischen Institutionen ist, um einheitliche Standards zu schaffen.

    Unterstützung und Ressourcen

    Für Unternehmen, die sich auf die E-Rechnungsstellung vorbereiten, gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote und Ressourcen. Institutionen wie die IHK Darmstadt bieten umfassende Leitfäden an, die den Umstellungsprozess erleichtern. Diese Leitfäden enthalten praktische Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

    Das Bundesfinanzministerium stellt zudem eine Sammlung von häufig gestellten Fragen (FAQs) zur Verfügung. Diese FAQs beantworten viele der typischen Fragen, die bei der Umstellung auf E-Rechnungen auftreten können. Eine weitere nützliche Ressource ist die Möglichkeit, E-Rechnungen im XML-Format über ELSTER.de kostenfrei zu visualisieren. Dies hilft Unternehmen, die Struktur und den Inhalt ihrer Rechnungen zu überprüfen.

    Fazit

    Die verpflichtende E-Rechnungsstellung ab 2025 markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung Digitalisierung und Effizienzsteigerung im Geschäftsverkehr. Unternehmen sollten die verbleibende Zeit nutzen, um ihre Systeme anzupassen und sich mit den neuen Formaten vertraut zu machen. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Papierkram, schnellere Bearbeitung und geringere Fehlerquoten.

    Obwohl die Umstellung eine Herausforderung darstellen kann, bieten zahlreiche Ressourcen und Unterstützungsangebote Hilfe. Unternehmen, die frühzeitig handeln, können von den neuen Prozessen profitieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Letztlich ist die E-Rechnung nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch eine Chance zur Modernisierung und Optimierung der eigenen Geschäftsabläufe.


    Wichtige Fragen zur Einführung der E-Rechnungspflicht in Deutschland

    Wann tritt die E-Rechnungspflicht in Kraft?

    Die E-Rechnungspflicht tritt ab dem 1. Januar 2025 in Deutschland für alle B2B-Geschäftsvorgänge in Kraft.

    Welche Formate sind für E-Rechnungen zulässig?

    In Deutschland sind XRechnung und ZUGFeRD (Version 2.0.1 und höher, ohne die Profile MINIMUM und BASIC-WL) die zulässigen Formate für E-Rechnungen.

    Gibt es Ausnahmen für kleinere Unternehmen?

    Ja, Unternehmen mit einem Umsatz bis 800.000 Euro im Vorjahr können bis Ende 2026 weiterhin Papier- und PDF-Rechnungen verwenden. Ab 2028 wird die Regelung auch auf Kleinunternehmer ausgeweitet.

    Was ist die europäische Norm, die E-Rechnungen entsprechen müssen?

    E-Rechnungen müssen der europäischen Norm EN 16931 entsprechen, welche die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen und Ländern gewährleistet.

    Wo finden Unternehmen Unterstützung bei der Umsetzung?

    Unternehmen erhalten Unterstützung über Leitfäden der IHK Darmstadt und FAQs des Bundesfinanzministeriums. Zudem können E-Rechnungen kostenfrei über ELSTER.de visualisiert werden.

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    Zusammenfassung des Artikels

    Ab 2025 wird die E-Rechnungsstellung im B2B-Bereich in Deutschland verpflichtend, mit Übergangsfristen bis Ende 2026 für kleinere Unternehmen. Die Umstellung auf elektronische Rechnungen soll den Geschäftsverkehr modernisieren und effizienter gestalten, wobei Unterstützung durch Leitfäden und Ressourcen angeboten wird.

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    Nützliche Tipps zum Thema:

    1. Frühzeitige Vorbereitung: Nutzen Sie die Zeit bis zur verpflichtenden Einführung der E-Rechnungsstellung im Jahr 2025, um Ihre Systeme und Prozesse anzupassen. Eine frühzeitige Vorbereitung kann Ihnen helfen, Herausforderungen zu vermeiden und von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren.
    2. Übergangsfristen beachten: Informieren Sie sich über die geltenden Übergangsfristen bis Ende 2026 und prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen von diesen profitiert. Insbesondere kleinere Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 800.000 Euro sollten die zusätzlichen zwei Jahre nutzen, um sich auf die Umstellung vorzubereiten.
    3. Richtige Formate verwenden: Stellen Sie sicher, dass Ihre Rechnungen im strukturierten elektronischen Format vorliegen, das den Normen EN 16931 entspricht. Vermeiden Sie die Nutzung von PDF oder anderen nicht anerkannten Formaten, um gesetzeskonform zu bleiben.
    4. IT-Infrastruktur anpassen: Überprüfen und aktualisieren Sie Ihre IT-Infrastruktur, um die neuen Anforderungen der E-Rechnungsstellung zu erfüllen. Eine Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern kann hierbei von Vorteil sein, um eine reibungslose Umstellung zu gewährleisten.
    5. Nutzung von Unterstützungsangeboten: Profitieren Sie von Leitfäden und Ressourcen, die von Institutionen wie der IHK oder dem Bundesfinanzministerium bereitgestellt werden. Diese bieten praktische Anleitungen und können Ihnen helfen, typische Fragen und Herausforderungen bei der Umstellung zu bewältigen.