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SoftwareDrei Apps auf einem Lenker: wie Dirk Eichner Fahrklar gebaut hat
Eine Motorradtour, drei Apps, die nichts voneinander wussten: Wie aus einem Ärgernis der Routenplaner Fahrklar wurde und wie ein Einzelentwickler ihn mit KI und Code Guardian gebaut hat.
Inhalt dieses Artikels
Vor der ersten Zeile Code stand bei Fahrklar eine Reise: drei Wochen mit dem Motorrad. Dirk Eichner aus Besigheim hat im Fahrklar-Blog aufgeschrieben, wie aus dieser Tour ein Routenplaner wurde, der das Wetter für jeden Streckenabschnitt prüft – und wie er ihn als Einzelentwickler mit einem KI-Modell gebaut hat. Alle Zitate in diesem Beitrag stammen aus diesem Blogbeitrag vom 21. September 2026.
Abende am Schreibtisch
Schon die Planung kostete Zeit. Seine Etappen setzte Eichner in Google Maps, wo Punkte schnell gesetzt sind; unterwegs navigierte er aber mit einer Motorrad-App, die diese Routen nicht direkt übernimmt. Für jede Etappe hieß das: exportieren, ins passende Format umwandeln, in der Navigations-App importieren und nachsehen, ob die Wegpunkte noch an der richtigen Stelle liegen. Bei drei Wochen Tour summierte sich das nach seiner Schilderung zu etlichen Abenden am Schreibtisch.
Drei Apps, keine Verbindung
Auf der Reise selbst hatte Eichner drei Apps im Wechsel offen: die Navigation für die kurvige Strecke und gleich zwei Wetter-Apps, weil die eine oft etwas anderes vorhersagte als die andere. Morgens begann damit jedes Mal dasselbe Abwägen – trifft die Regenfront am Nachmittag eher den Pass oder das Tal? –, danach zurück zur Route und wieder zum Wetter.
Schlecht war keine der Apps, schreibt Eichner – jede machte ihre Sache gut. Das Problem war die Lücke dazwischen: „Keine wusste, was die andere weiß.“ Die Wetter-Apps kannten die Route nicht, die Navigation kannte das Wetter nicht. „Irgendwo auf dieser Tour habe ich angefangen, das aufzuschreiben. Daraus wurde Fahrklar.“
Das Wetter dann und dort
Daraus ergibt sich die Grundidee: Wie das Wetter am Ziel wird, verrät wenig über einen Punkt mitten auf der Strecke, etwa Kilometer 84. Auf einer Tour über 300 Kilometer kann es am Start trocken, in der Mitte nass und am Ziel wieder freundlich sein – und jeden dieser Punkte erreicht man zu einer anderen Uhrzeit. Fahrklar teilt die Route deshalb in Abschnitte auf und fragt für jeden die Vorhersage zu der Uhrzeit ab, zu der man dort voraussichtlich ist. Eichner fasst das in einem Satz zusammen: „Nicht das Wetter jetzt, sondern das Wetter dann und dort.“
KI-generiertes Bild
Bild: fahrklar.net
Darauf bauen die Suche nach dem trockensten Startfenster und die Pausenvorschläge in Regenphasen auf. Dazu kommt der direkte Import von GPX, KML und KMZ – die Antwort auf die Formatabende vor der ersten Tour. Was der Planer im Einzelnen kann, steht im Beitrag über den Fahrklar-Routenplaner.
Allein entwickelt, mit KI als Werkzeug
Fahrklar ist das Projekt eines Einzelnen. „Ich habe Fahrklar allein entwickelt, mit einem KI-Modell als Werkzeug“, schreibt Eichner. Ein großer Teil des Codes, der heute entsteht, komme aus einem Sprachmodell – das Problem sei nicht, dass der Code entsteht, sondern dass er schneller entsteht, als ein Mensch ihn prüfen kann.
Für diese Prüfung setzt Eichner Code Guardian ein, ein Produkt der Provimedia GmbH von Alexander Weipprecht. Nach Eichners Worten schaltet es sich zwischen das Modell und die Software. Seiner Beschreibung nach läuft jede Änderung zuerst durch einen Plan-Modus: schreibgeschützt erkunden, offene Entscheidungen einzeln als Frage stellen, einen Plan schreiben, freigeben lassen – erst dann gibt es Schreibzugriff. Nach der Änderung folgt ein Audit über den gesamten Diff, und jeder Befund braucht einen Beleg aus einer ausgeführten Prüfung. Dazu kommen Sperren vor kritischen Schritten wie Deployment, Datenbank-Migration oder neuen Abhängigkeiten sowie „kalte“ Prüfer: Subagenten, die einen fertigen Plan oder Diff ohne den Gesprächskontext lesen und versuchen, ihn zu widerlegen.
Gerade für ein Produkt mit Nutzerkonten, Zahlungen und Positionsdaten sei das der Punkt, schreibt Eichner: „Die Geschwindigkeit kommt vom Modell, die Verlässlichkeit kommt aus dem Prozess.“ Für Eichner ist das Werkzeug aus Alexanders Unternehmen der Weg, als Einzelentwickler schnell zu bauen, ohne die Sorgfalt aufzugeben. Auch digital zentral wird mit Code Guardian betreut.
Was seitdem dazugekommen ist
Angefangen hat Fahrklar mit dem Motorrad. Heute kennt es vier Fahrzeugtypen – Motorrad, Cabrio, Fahrrad und E-Bike – und blendet ab dem Plus-Plan auf Wunsch E-Ladestationen an Start, Ziel und jeder Pause ein. Wie das für elektrisch Fahrende funktioniert, beschreibt der Beitrag zu Fahrklar für E-Bike und E-Auto. Dazu kommen Live-Regenradar, Live-Tracking während der Fahrt, Höhenprofil und Routenplanung in ganz Europa. Welche Funktion in welchem Plan steckt, steht im Beitrag zu den Fahrklar-Preisen.