Schweizer B2B-Handel: KI-Nutzung wächst, doch persönliche Beratung bleibt entscheidend

Autor: Felix Weipprecht

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Kategorie: eCommerce

Zusammenfassung: Der Schweizer B2B-Einkauf nutzt KI vor allem in größeren Unternehmen, während Echtzeitverfügbarkeit, Lieferfähigkeit und persönliche Ansprechpartner zentral bleiben; ein Webinar thematisiert zudem bessere Produktsuche.

Schweizer B2B-Einkauf: KI-Nutzung hängt stark von der Unternehmensgröße ab

Im Schweizer B2B-Einkauf ist Künstliche Intelligenz angekommen, wird aber je nach Unternehmensgröße unterschiedlich stark eingesetzt. Laut Netzwoche nutzen insgesamt rund 27 Prozent der Befragten KI für die Produkt- und Lieferantensuche. Bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden liegt dieser Anteil bei 54 Prozent.

Auch bei der Systemintegration zeigt sich ein deutlicher Unterschied. 70 Prozent der Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden bestellen regelmäßig oder gelegentlich aus dem eigenen System, während dies bei kleineren Unternehmen lediglich 19 Prozent tun.

Die Erhebung zeigt zugleich, dass technologische Lösungen nicht die einzigen entscheidenden Faktoren im B2B-Einkauf sind. 96 Prozent der Teilnehmenden bewerten die Verfügbarkeit in Echtzeit im Onlineshop als wichtig oder eher wichtig. Ein persönlicher Ansprechpartner bleibt für 92 Prozent der Befragten wichtig oder eher wichtig.

Eine besondere Rolle spielt der Großhandel bei Installateuren und Systemintegratoren. 68 Prozent dieser Gruppe kaufen bevorzugt dort und nicht direkt beim Hersteller ein. Die Online-Befragung führte Carpathia von April bis Juli 2026 durch; daran nahmen 146 Personen aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größen teil.

„Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit“ ziehen sich laut Carpathia als „roter Faden“ durch die Umfrageresultate.
KennzahlWert
Befragte, die KI für die Produkt- oder Lieferantensuche nutzen27 Prozent
Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden54 Prozent
Regelmäßige oder gelegentliche Bestellungen aus dem eigenen System bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden70 Prozent
Regelmäßige oder gelegentliche Bestellungen aus dem eigenen System bei kleineren Unternehmen19 Prozent
Verfügbarkeit in Echtzeit im Onlineshop wichtig oder eher wichtig96 Prozent
Persönlicher Ansprechpartner wichtig oder eher wichtig92 Prozent
Installateure und Systemintegratoren mit bevorzugtem Einkauf im Großhandel68 Prozent
Teilnehmende an der Befragung146 Personen

Infobox: Der B2B-Monitor 2026 zeigt eine deutlich höhere KI-Nutzung in größeren Unternehmen. Gleichzeitig bleiben Echtzeitverfügbarkeit, Lieferfähigkeit und persönlicher Kontakt zentrale Anforderungen.

KI im B2B-Einkauf zwischen technologischer Öffnung und Zurückhaltung

etailment berichtet ebenfalls über den B2B-Monitor 2026 und stellt die Unterschiede entlang der Unternehmensgröße heraus. 27 Prozent aller Befragten verwenden KI bei der Produkt- oder Lieferantensuche, bei Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden sind es 54 Prozent.

Die Erwartungen an neue Technologien werden insgesamt als gedämpft beschrieben. KI bietet zwar neue Möglichkeiten für Sourcing, Beschaffung und Bestellprozesse, ist aber noch nicht in allen Teilen der Branche gleichermaßen erwünscht oder etabliert.

Bei der Systemintegration bestellen 70 Prozent der Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden regelmäßig oder gelegentlich aus dem eigenen System. Bei kleineren Firmen beträgt der Anteil 19 Prozent. Für Anbieter im E-Commerce ergibt sich daraus die Anforderung, technische Lösungen an die tatsächliche Arbeitsweise der jeweiligen Zielgruppe anzupassen.

Der Bericht unterscheidet außerdem zwischen projektorientierten und produktorientierten Kunden. Projektorientierte Kunden kaufen demnach eher beim Händler, während produktorientierte Kunden eher beim Hersteller einkaufen. Für Installateure und Systemintegratoren bleibt der Großhandel besonders wichtig: 68 Prozent dieser Gruppe decken sich primär dort und nicht direkt beim Hersteller ein.

Auch im Dienstleistungsbereich bleibt persönliche Betreuung ein wesentlicher Faktor. 92 Prozent der Befragten halten einen persönlichen Ansprechpartner für wichtig oder eher wichtig. Services können damit sowohl zur Kundenbindung als auch zur Akquise beitragen.

Der „B2B-Monitor 2026“ ist laut etailment die zweite Erhebung zum B2B-Commerce aus Einkaufssicht. Die Online-Befragung wurde von April bis Juli 2026 durchgeführt und umfasst 146 vollständig ausgewertete Antworten. Nicht am Einkauf beteiligte Personen wurden über eine Kontrollfrage ausgeschlossen.

Infobox: Der Schweizer B2B-Commerce verbindet digitale Werkzeuge mit etablierten Beschaffungswegen. Unternehmensgröße, Systemintegration und persönliche Betreuung prägen den Einsatz und die Akzeptanz von KI.

iBusiness kündigt Webinar zur Auffindbarkeit von Sortimenten im E-Commerce an

iBusiness.de kündigt für den 29.09.2026 von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr das Webinar „Viele Kanäle, wenig Wirkung - Warum Ihr Sortiment im E-Commerce unsichtbar bleibt“ an. Im Mittelpunkt stehen Produkte, die zwar im Sortiment vorhanden sind, aber in Shops und auf Marktplätzen nicht zuverlässig gefunden werden.

Als Ursache nennt die Quelle unter anderem uneinheitliche Produktdaten. Im Shop liefert die Suche demnach nicht immer passende Ergebnisse, obwohl ein Artikel vorhanden ist. Auf Marktplätzen werden Produkte nicht optimal ausgespielt, wenn Kategorien oder Merkmale fehlen, uneinheitlich gepflegt sind oder nicht zum jeweiligen Kanal passen.

Die dadurch entstehende manuelle Nacharbeit erfolgt laut iBusiness.de unter anderem in Excel-Listen, per E-Mail oder durch Rückfragen bei Lieferanten. Im Webinar soll gezeigt werden, wie SAP-Anwenderunternehmen ihre digitalen Vertriebskanäle so aufstellen können, dass Produkte im Shop und auf Online-Marktplätzen besser gefunden werden.

Vorgestellt werden unter anderem Möglichkeiten, Produkte auf Marktplätzen sichtbarer zu machen. Außerdem geht es darum, wie Nutzer im Shop per Bild, Sprache oder Suchbegriff schneller passende Artikel finden können.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der SAP-Integration. Sie soll Daten und Prozesse zentral zusammenführen und dazu beitragen, Such-, Pflege- und Fehleraufwand zu reduzieren.

Webinar-Datum29.09.2026
Uhrzeit11:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Dauer45 bis 60 Minuten (inkl. Diskussion)
ModerationChristian Gehl, Redakteur, iBusiness / ONEtoONE
Referentinnen und ReferentenMagdalena Meckl und Frank Lauerbach

Das Webinar richtet sich an E-Commerce und Digital Commerce, Produktdatenmanagement / PIMIT und Datenmanagement sowie den Vertrieb im digitalen Umfeld. Angesprochen werden außerdem alle, die ihre Produktsuche verbessern, Marktplätze und B2B-Shop effizient steuern sowie das Potenzial von KI und SAP-Integration besser nutzen möchten.

Magdalena Meckl ist Product Owner im Bereich Business Process Integration für die Lösung FIS/TradeFlex. Frank Lauerbach ist Product Owner für FIS/eSales und verfügt laut Quelle über langjährige Erfahrung mit B2B-E-Commerce-Webshops sowie mit den Herausforderungen großer und komplexer Produktsortimente.

„Produkte sind da - werden aber nicht gefunden?“

Infobox: Das Webinar am 29.09.2026 behandelt uneinheitliche Produktdaten, Marktplatzsichtbarkeit, Suchfunktionen per Bild und Sprache sowie die zentrale Zusammenführung von Daten und Prozessen durch SAP-Integration.

Rosenblatt startet Shopify-Bewertung mit Kursziel von 175 US-Dollar

Ad-hoc-news.de berichtet, dass Rosenblatt Securities die Beobachtung von Shopify mit einer Kaufempfehlung aufgenommen hat. Analyst Scott Devitt setzt für die Aktie ein Kursziel von 175 US-Dollar fest.

Nach Einschätzung des Analysehauses verfügt Shopify insbesondere im B2B-Geschäft und in internationalen Märkten über weiteres Wachstumspotenzial. Diese Chancen würden vom Markt derzeit noch unterschätzt. Shopify solle daher nicht länger ausschließlich als Plattform für kleinere Einzelhändler betrachtet werden.

Das B2B-Segment entwickelt sich laut der Analyse zu einem wesentlichen Pfeiler der Unternehmensstrategie. Zusammen mit der internationalen Expansion soll dieser Bereich ein Fundament für nachhaltiges Wachstum bilden.

Die vor rund zwei Wochen gemeldeten Quartalszahlen stützen laut Quelle die positive Einschätzung. Der Umsatz stieg in dem Berichtszeitraum um 33,7 % auf 3,58 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag mit 0,42 US-Dollar über dem Marktkonsens von 0,40 US-Dollar.

Rosenblatt bewertet Shopify zudem als möglichen Profiteur technologischer Veränderungen. Während die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf bestehende E-Commerce-Modelle teilweise als Risiko betrachtet werden, verweist Scott Devitt auf Shopifys Aktivitäten im sogenannten agentischen Handel. Dabei übernehmen oder unterstützen KI-Assistenten Transaktionen.

In diesem Zusammenhang wird auch das Universal Commerce Protocol genannt, das Shopify gemeinsam mit Google entworfen hat. Es soll Standards im digitalen Handel setzen.

Shop App und Shop Pay als Wachstumstreiber

Die Shop App verfügt mittlerweile über 150 Millionen registrierte Nutzer. Besonders die Bezahllösung Shop Pay wird als Wettbewerbsvorteil hervorgehoben. Medienberichten zufolge liegt die Konversionsrate beim Checkout über Shop Pay um das 1,72-fache höher als bei Gast-Bestellungen ohne registriertes Konto.

In den vergangenen zwölf Monaten verarbeitete Shop Pay ein Bruttowarenvolumen von insgesamt 130 Milliarden US-Dollar. Dieses Volumen entspricht einem Anteil von rund 38 % am gesamten Bruttowarenvolumen, das über die Shopify-Plattform abgewickelt wird.

Zusätzlich soll das Treueprogramm Shop Cash die Kundenbindung stärken. Die Merchant Solutions wuchsen zuletzt im Jahresvergleich um 29 % auf annualisiert 5,1 Milliarden US-Dollar.

KennzahlWert
Kursziel von Rosenblatt Securities175 US-Dollar
Umsatzwachstum33,7 %
Umsatz3,58 Milliarden US-Dollar
Ergebnis je Aktie0,42 US-Dollar
Marktkonsens beim Ergebnis je Aktie0,40 US-Dollar
Registrierte Nutzer der Shop App150 Millionen
Konversionsrate von Shop Pay gegenüber Gast-Bestellungen1,72-fache
Shop-Pay-Bruttowarenvolumen in den vergangenen zwölf Monaten130 Milliarden US-Dollar
Anteil am gesamten Shopify-Bruttowarenvolumenrund 38 %
Wachstum der Merchant Solutions29 %
Merchant Solutions annualisiert5,1 Milliarden US-Dollar
Aktienkurs125,34 €
Abstand zum gleitenden 50-Tage-Durchschnittetwa 14 %
Performance seit JahresbeginnMinus von 12 %
52-Wochen-Hoch156,34 €
Abstand zum 52-Wochen-Hoch20 %

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notiert die Aktie bei 125,34 € und liegt damit etwa 14 % über ihrem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn weist das Papier jedoch noch ein Minus von 12 % aus. Das 52-Wochen-Hoch von 156,34 €, das am 29. Oktober des vergangenen Jahres markiert wurde, liegt laut Quelle 20 % über dem aktuellen Niveau.

Rosenblatt sieht darin eine attraktive Einstiegsgelegenheit. Die Analysten halten die Sorgen über eine mögliche KI-Disruption für übertrieben und erwarten, dass die operativen Fortschritte bei der Monetarisierung der Plattform, etwa durch die Shop App, stärker in den Vordergrund rücken könnten.

Infobox: Rosenblatt Securities bewertet Shopify mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 175 US-Dollar. Als zentrale Argumente werden Wachstum in B2B und internationalen Märkten, agentischer Handel, Shop Pay und die Entwicklung der Merchant Solutions genannt.

Quellen: