Retargeting basierend auf Store-Verhalten: Online Werbung trifft stationäres Einkaufserlebnis
Autor: Felix Weipprecht
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Kategorie: eCommerce
Zusammenfassung: Store-basiertes Retargeting nutzt das Verhalten von Kund:innen im stationären Handel, um sie online gezielt anzusprechen und so Omnichannel-Marketing zu stärken. Durch Technologien wie Beacons oder Wi-Fi-Tracking wird der physische Kontakt digital verlängert, was die Conversion steigern und das Einkaufserlebnis über alle Kanäle hinweg erweitern kann.
Wer denkt, Retargeting sei nur ein Online-Phänomen, liegt falsch. Moderne Technologien ermöglichen es inzwischen, das Verhalten von Kund:innen im stationären Handel für gezielte Online-Werbung zu nutzen – und genau das ist der nächste logische Schritt im Omnichannel-Marketing: Store-basierte Retargeting-Kampagnen.
Was bedeutet Retargeting auf Basis von Store-Verhalten?
Beim klassischen Retargeting wird das Verhalten auf einer Website genutzt, um Nutzer:innen nach dem Besuch mit gezielter Werbung erneut anzusprechen. Beim Store-basierten Retargeting geschieht dasselbe – allerdings anhand von Bewegungsdaten aus dem stationären Laden. Wer z. B. einen Store besucht oder sich in bestimmten Abteilungen länger aufhält, wird später online mit passenden Angeboten, Erinnerungen oder Inspirationen bespielt.
Warum ist das für Omnichannel relevant?
- Physischer Kontakt wird digital verlängert: Der Storebesuch endet nicht an der Tür.
- Bessere Zielgruppenansprache: Werbung wird relevanter, weil sie auf konkretem Verhalten basiert.
- Wiederkäufe & Conversion steigern: Der Impuls aus dem Laden führt online zum Abschluss.
- Messbare Effekte für Filialmarketing: Store-Traffic wird Teil der digitalen Analyse.
Beispiel: Apple & Beacons
Apple testete bereits früh sogenannte Beacons in seinen Stores: Kleine Sender, die via Bluetooth registrieren, ob sich ein registriertes Gerät in der Nähe befindet. In Kombination mit der Apple Store App konnten Kund:innen gezielt Push-Nachrichten erhalten („Entdecke neues Zubehör für dein iPhone“) – oder später passende Werbeanzeigen auf anderen Kanälen sehen, basierend auf dem Store-Besuch.
Technische Voraussetzungen
- Tracking im Store: z. B. über Beacons, Wi-Fi-Tracking, App-GPS oder QR-Scans.
- Datenschutzkonformes Opt-in: Nur mit Einwilligung darf Verhalten analysiert werden.
- Verknüpfung mit Werbeplattformen: Store-Daten müssen in Google Ads, Meta Ads o. ä. eingebunden werden können.
- Segmentierung und Regelwerk: Wann wird getriggert, wer bekommt was, auf welchem Kanal?
Tipps für Händler:innen
- Kampagnen lokal aussteuern: Wer in München im Store war, muss keine Werbung für Hamburg bekommen.
- Timing ist alles: Trigger sollte schnell nach dem Besuch erfolgen – solange der Impuls frisch ist.
- Relevanz erhöhen: Nutze das Besuchsverhalten, um passende Inhalte auszuspielen.
- Verkauf nicht erzwingen: Auch Inspiration, Service oder Reminder können Ziele sein.
Fazit
Retargeting basierend auf Store-Verhalten ist ein starker Omnichannel-Hebel: Es verbindet den echten, physischen Kontakt mit digitaler Intelligenz. Wer es schafft, Kund:innen auch nach dem Besuch gezielt, aber sensibel anzusprechen, steigert nicht nur die Conversion – sondern verlängert das Einkaufserlebnis über alle Kanäle hinweg.
Wichtig: Dies ist nur einer von 20 praxisnahen Artikeln rund um das Thema Omnichannel. Du findest die vollständige Übersicht aller Ansätze hier:
→ Zur Gesamtübersicht: Omnichannel – 20 Ideen, 20 Lösungen