Nur neun Prozent der pädagogischen Fachkräfte erleben die Digitalisierung als Entlastung
Autor: Felix Weipprecht
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Kategorie: Digitalisierung
Zusammenfassung: Die Digitalisierung im Bildungssektor birgt vielschichtige Chancen, aber auch Herausforderungen, wie Unzufriedenheit der Lehrkräfte, mangelnde Unterstützung, fehlendes technisches Fachwissen und mangelnde Einbindung der Lehrkräfte. Um die Vorteile des digitalen Wandels nutzen zu können, müssen entsprechende Ressourcen, Techniken, Strukturen und Weiterbildungsprogramme bereitgestellt und die Lehrkräfte in den Prozess eingebunden werden.
Mit der fortschreitenden Integration digitaler Technologien in Bildungseinrichtungen, wie Schulen, Kindertagesstätten und Hochschulen, bieten sich vielfältige Chancen zur Neugestaltung pädagogischer Prozesse. Geräte wie Laptops, Tablets und interaktive Whiteboards sind dabei zentrale Werkzeuge. Während diese Entwicklung das Potenzial hat, das Bildungssystem zu modernisieren und neue pädagogische Ansätze zu ermöglichen, zeigt eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf, dass nur neun Prozent der pädagogischen Fachkräfte die href="https://digital-zentral.de/wie-das-ozg-die-digitalisierung-der-verwaltung-vorantreibt/">Digitalisierung als entlastend empfinden.
Unzufriedenheit mit der Digitalisierung im Schulbetrieb
Der DGB-Bericht verzeichnet eine steigende Unzufriedenheit der Lehrkräfte durch die href="https://digital-zentral.de/das-neue-postgesetz-2025-was-sich-aendert-wen-es-betrifft-und-welche-herausforderungen-bestehen/">Digitalisierung: 57 Prozent empfinden sie als zusätzliche Belastung, verglichen mit 35 Prozent im Jahr 2016. Die schnelle Transformation des Schulalltags und die Notwendigkeit, sich kontinuierlich an neue Technologien anzupassen, werden als Herausforderungen gesehen. Lehrkräfte fühlen sich häufig überfordert und alleingelassen im Umgang mit den technischen Mitteln.
Digitalisierung im Kontext des Bildungsniveaus
Der Bericht des DGB zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad von pädagogischen Fachkräften und dem Grad der erlebten href="https://digital-zentral.de/stuttgarter-winkler-gruppe-vernetzt-ihre-lager-mit-neuer-remira-softwareloesung/">Digitalisierung. Im Jahr 2022 gaben 97 Prozent der Hochschullehrenden an, ihren Arbeitsplatz als stark oder sehr stark digitalisiert zu empfinden. Bei den Lehrkräften waren es 83 Prozent, während nur 41 Prozent der Fachkräfte in Kindertagesstätten dies so erlebten.
Vor- und Nachteile der Digitalisierung im Bildungsbereich
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Die Digitalisierung kann zu Effizienzsteigerungen bei der Verwaltung und Organisation führen. | 91 Prozent empfinden die Digitalisierung als Belastung. |
| Es besteht die Möglichkeit, das Online-Lernen und die digitalen Kompetenzen der Schüler zu verbessern. | Es sind Schulungen und Fortbildungen erforderlich, die einen Zeitaufwand für pädagogische Fachkräfte bedeuten. |
| Die Erreichbarkeit der Schüler kann sich erhöhen. | Die Ausstattung und Technik kann eine Herausforderung darstellen. |
Mangelnde Unterstützung und unzureichende Einbindung
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Zahlreiche Lehrkräfte verspüren eine Einzelkämpfermentalität, wenn es um den Umgang mit neuen digitalen Arbeitsmitteln geht. Rund 37 Prozent der Hochschullehrer, 34 Prozent der Lehrkräfte im Allgemeinen und 28 Prozent der Fachkräfte in Kindertagesstätten beklagen mangelnde bis keine Unterstützung bei der Bewältigung der href="https://digital-zentral.de/verstoe-t-gegen-eu-verbraucherschutzgesetze-verbraucherschutz-auf-dem-pruefstand/">Digitalisierung. Technische Hürden und fehlende Betreuung führen zu Frustration und Verunsicherung. Hierbei zeigt sich deutlich der Bedarf an professioneller Hilfestellung zur optimalen Ausschöpfung des digitalen Potenzials.
Erweiterung von Ressourcen und Hilfestellung
Gewerkschaften fordern eine umfassendere Bereitstellung von Ressourcen und Unterstützung im Bildungssektor, um denneuen Herausforderungen der href="https://digital-zentral.de/chancen-und-risiken-im-internethandel-mit-china/">Digitalisierung erfolgreich begegnen zu können. Sie betonen die Dringlichkeit von zusätzlichem Personal, verbesserter Ausbildung, kontinuierlicher Weiterbildung und einer stärkeren Einbeziehung der Beschäftigten.
Aufbau adäquater Organisationsstrukturen
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Ein Bedarf an angepassten Organisationsstrukturen in Schulen ist erkennbar. Hierzu zählen IT-Fachkräfte, die Lehrkräfte bei technischen Fragen unterstützen, und Verwaltungs- sowie Geschäftsführungspositionen, die bei der Implementierung und Verwaltung digitaler Lösungen helfen.
Qualifizierung und Weiterbildung der Lehrkräfte
Es ist essentiell, dass Lehrkräfte notwendige Kenntnisse und Fähigkeiten für den Umgang mit digitalen Werkzeugen und pädagogischen Ansätzen erwerben. Dafür sollten spezifische Fort- und Weiterbildungsprogramme entwickelt werden. Diese ermöglichen den Lehrkräften die effektive Integration digitaler Technologien in den Unterricht und das individuelle Eingehen auf die Bedürfnisse der Schüler.
Schlussfolgerung:
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Die href="https://digital-zentral.de/breuningers-logistik-offensive-zukunftssicher-in-der-krise/">Digitalisierung im Bildungssektor bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Der Erfolg liegt in einem ganzheitlichen und kooperativen Ansatz, der sowohl die Unterstützung als auch die Qualifizierung der Lehrkräfte miteinbezieht und geeignete Organisationsstrukturen schafft.
Die Verantwortung liegt bei allen Beteiligten - Bildungseinrichtungen, Gewerkschaften, politischen Entscheidungsträgern und technischen Experten - sich zu vernetzen und Lösungen zu erarbeiten, um die digitale Wende erfolgreich zu vollziehen. Durch gemeinsame Anstrengungen können wir die Belastungen für Lehrkräfte reduzieren, die Qualität der Bildung verbessern und das Potenzial der Digitalisierung voll ausschöpfen.
Die Digitalisierung sollte nicht als Belastung, sondern als Chance für nachhaltige Transformation gesehen werden. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, die Bedürfnisse und Interessen der Lehrkräfte ernst zu nehmen. Sie müssen in die Implementierung digitaler Lösungen einbezogen und mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden.
Die Zusammenarbeit und Vernetzung der verschiedenen Akteure im Bildungssektor spielt eine zentrale Rolle. Durch den Austausch von Best Practices und die Schaffung von Unterstützungsnetzwerken kann die Implementierung digitaler Lösungen effizienter gestaltet werden.
Schließlich liegt die Gestaltung des digitalen Wandels im Bildungssektor in den Händen aller Beteiligten. Durch einen ganzheitlichen und kooperativen Ansatz können wir die Digitalisierung als Chance nutzen, Lernen und Bildung nachhaltig zu verändern und auf eine zunehmend digitalisierte Welt vorzubereiten.