Login per Klick: Bequem, aber mit versteckten Datenschutz-Risiken

Login per Klick: Bequem, aber mit versteckten Datenschutz-Risiken

Autor: Felix Weipprecht

Veröffentlicht:

Kategorie: Digitalisierung

Zusammenfassung: Der Login per Klick bietet eine bequeme Anmeldung bei Online-Shops, birgt jedoch Datenschutzrisiken durch Datenweitergabe an Drittanbieter. Nutzer sollten vorsichtig sein und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.

Login per Klick: Bequem, aber mit versteckten Datenschutz-Risiken

Fast jeder Online-Shop bietet die Möglichkeit, sich mit einem Konto bei Google, Apple oder Microsoft anzumelden. Diese Methode ermöglicht es Nutzern, ohne die Eingabe eines neuen Passworts und ohne Bestätigung per E-Mail schnell zum Kauf zu gelangen. Dabei bleibt das Passwort für den Shop unsichtbar, was als Sicherheitsgewinn betrachtet wird. Allerdings fließen in Sekunden Daten zwischen den drei Parteien, was Fragen zum Datenschutz aufwirft.

"Der Login per Klick ist technisch sicher, solange der Shop seriös ist. Bei gefälschten Seiten oder unseriösen Händlern bleibt er ein Einfallstor."

Bei der Anmeldung über Google erhält der Shop typischerweise den Namen, die E-Mail-Adresse, das Profilbild und eine eindeutige Google-Nutzer-ID. Diese Nutzer-ID kann problematisch sein, da sie dienstübergreifend identisch sein kann, was bedeutet, dass zwei Händler theoretisch die Kundendaten abgleichen und den Nutzer als dieselbe Person erkennen könnten. Google speichert zudem, bei welchem Shop sich der Nutzer einloggt, sowie die IP-Adresse und das verwendete Gerät, was das Werbeprofil beeinflussen kann.

Im Gegensatz dazu hat Apple 2019 die Funktion „Anmelden mit Apple“ eingeführt, die als datenschutzfreundliche Alternative gilt. Nutzer können wählen, ob der Shop ihre echte E-Mail-Adresse oder eine zufällig generierte Weiterleitungsadresse erhält. Zudem vergibt Apple pro Entwickler eine eigene Nutzer-ID, sodass verschiedene Shops den Nutzer nicht als dieselbe Person erkennen können. Apple betont, dass diese Daten nicht für Tracking oder Werbung verwendet werden.

Microsoft bietet ebenfalls die Möglichkeit, sich mit einem privaten Microsoft-Konto anzumelden, jedoch ist diese Methode im klassischen Online-Handel weniger verbreitet. Der Shop erhält hier ebenfalls den Namen, die E-Mail und eine Konto-ID, jedoch gibt es keine E-Mail-Maskierung wie bei Apple.

Fünf Tipps für den sicheren Umgang mit Einmal-Logins

  • Sparsam einsetzen: Nicht bei jedem Shop den Einmal-Login nutzen.
  • Apple bevorzugen, wenn möglich, um von der E-Mail-Maskierung zu profitieren.
  • Zustimmungsfenster genau lesen und prüfen, welche Zugriffe der Shop wünscht.
  • Verbindungen regelmäßig prüfen und nicht mehr genutzte Dienste entfernen.
  • Das Hauptkonto besonders schützen, z.B. durch Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Login per Klick zwar eine bequeme Möglichkeit darstellt, jedoch auch Risiken birgt, insbesondere wenn es um den Datenschutz geht. Nutzer sollten sich der möglichen Datenweitergabe bewusst sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Quelle: CHIP

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