Kühne+Nagel vereinbart langfristige Logistikpartnerschaft mit Amazon

Autor: Felix Weipprecht

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Kategorie: Logistik

Zusammenfassung: Juskys kooperiert mit DSV, während chinesische E-Commerce-Plattformen europäische Lager, digitale Lieferketten und Zustellnetze ausbauen und dadurch Kapazitäts-, Fahrer- und Retourenengpässe verschärfen.

DSV Group begleitet Juskys in der E-Commerce-Logistik

Die DSV Group unterstützt den Onlinehändler Juskys bei der E-Commerce-Logistik. Bereits vor dem Zusammenschluss von DSV und Schenker vertraute Juskys beiden Unternehmen seine Transportvolumina an.

Damit setzt Juskys weiterhin auf die Logistikkompetenz beider Häuser. Weitere Einzelheiten zur konkreten Ausgestaltung der Zusammenarbeit nennt die Quelle in dem zugänglichen Inhalt nicht.

Quelle: Österreichische Verkehrszeitung

Zusammenfassung: Juskys arbeitet in der E-Commerce-Logistik mit der DSV Group zusammen und hatte bereits zuvor sowohl DSV als auch Schenker mit Transportvolumina betraut.

Chinesische E-Commerce-Anbieter verlagern Logistik nach Europa

Chinesische E-Commerce-Anbieter bauen ihre Logistikstrukturen in Europa aus. Eigene Lagerbestände, Zustellnetze und Same-Day-Angebote verändern nach Darstellung von Logistra den Paketmarkt und stellen Lagerbetreiber, Speditionen und Fuhrparks vor neue Anforderungen bei Kapazitäten, digitalen Prozessen und der Retourenlogistik.

Seit Februar 2026 betreibt JD.com über JoyExpress ein eigenes Zustellnetz für die Plattform „Joybuy“. Das Netz erstreckt sich über Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und das Vereinigte Königreich. Mehr als 60 Lager- und Logistikstandorte gehören bereits dazu. Ein Logistikzentrum in Oberhausen verfügt zusammen mit weiteren Flächen über mehr als 90.000 Quadratmeter. Von dort werden Bestellungen noch am selben oder am folgenden Tag ausgeliefert.

Im Mai 2026 startete Lalamove in Berlin ein On-Demand-Modell für kleine und mittlere Unternehmen. Das Angebot ermöglicht Same-Day-Lieferungen ohne feste Vertragsbindung. Aus Sicht von Lukas Petrasch, Mitgründer und CEO der digitalen Speditionsplattform Cargoboard, zeigt diese Entwicklung, dass sich die Wertschöpfung dorthin verschiebt, wo Lagerung, Transport und letzte Meile zentral gesteuert werden.

Vom Direktversand zu europäischen Lagerbeständen

Nach Angaben der Europäischen Kommission gelangten 2024 rund 4,6 Milliarden Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro in die Europäische Union. Etwa 91 Prozent davon kamen aus China. Das entsprach rund zwölf Millionen Paketen täglich, die jeweils einzeln über die Grenze gebracht, verzollt und kontrolliert wurden.

Mit dem 1. Juli 2026 schaffte der Rat der EU die bisherige Zollfreigrenze für Sendungen unter 150 Euro ab. Stattdessen wurde ein vorläufiger Pauschalzoll von drei Euro pro Warenkategorie eingeführt, der beim Versender beziehungsweise dessen IOSS-registriertem Vertreter fällig wird.

Die Plattformanbieter reagieren darauf mit dem Ausbau europäischer Fulfillment-Kapazitäten. Importe werden zusammengefasst, gebündelt verzollt und anschließend an einzelne Kunden verteilt. Dieses Modell benötigt mehr Lagerfläche, Sortier- und Konsolidierungskapazität sowie lokale Verteilnetze als der klassische Direktversand.

AngabeWert
Sendungen in die EU 2024rund 4,6 Milliarden
Anteil der Sendungen aus Chinaetwa 91 Prozent
Tägliches Paketaufkommenrund zwölf Millionen Pakete
Abschaffung der Zollfreigrenze1. Juli 2026
Vorläufiger Pauschalzolldrei Euro pro Warenkategorie

Die Zahlen des Handelsverbands bevh unterstreichen die wachsende Bedeutung der Plattformen. Im zweiten Quartal 2026 erreichten Temu, Shein und ähnliche Plattformen einen Rekordanteil von 5,3 Prozent am deutschen Online-Handel. Im Modesegment lag der Anteil sogar bei über 16 Prozent. Die Wachstumsraten betrugen mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, während der Gesamtmarkt nur gut 5 Prozent zulegte.

Zusammenfassung: Der Warenstrom aus China verschiebt sich vom direkten Grenzversand in europäische Lager. Die Zollreform und das Wachstum von Temu, Shein und ähnlichen Plattformen erhöhen den Bedarf an Fulfillment-, Sortier-, Konsolidierungs- und Verteilkapazitäten.

Digitale Lieferketten und integrierte Logistiksysteme

Logistra beschreibt die europäische Lieferkettenlandschaft als historisch gewachsen und stark spezialisiert. Zahlreiche Betriebe arbeiten demnach mit unterschiedlichen IT-Systemen, papierbasierten Dokumenten, manuellen Freigaben und Medienbrüchen zwischen Versendern, Speditionen, Lagerbetreibern, Behörden und Endkunden.

Chinesische Plattformanbieter wie JD.com, Alibaba oder Manbang haben ihre Logistik dagegen zentral und digital konzipiert. Bestandsdaten, Transportstatus und Kundenkommunikation laufen in einem einzigen System zusammen. Für europäische Unternehmen besteht die Herausforderung darin, die gewachsenen Strukturen digital durchgängig zu gestalten.

Als einen Baustein nennt der Beitrag die EU-Regulierung zur elektronischen Frachtinformation, kurz eFTI. Sie soll papierbasierte Transportdokumente schrittweise durch standardisierte elektronische Daten ersetzen. Behörden sollen dadurch in die Lage versetzt werden, digitale Frachtinformationen über alle Verkehrsträger hinweg zu akzeptieren.

Für Lagerbetreiber und Speditionen kann dies mittelfristig weniger manuelle Abstimmung an Schnittstellen bedeuten. Gerade diese Abstimmungen binden nach Darstellung der Quelle heute noch viel Zeit und Personal.

Zusammenfassung: Die Quelle sieht in durchgängigen digitalen Datenflüssen einen wesentlichen Ansatz, um europäische Logistikstrukturen leistungsfähiger zu machen. Die eFTI-Regulierung soll den Austausch elektronischer Frachtinformationen unterstützen.

Fahrermangel verschärft den Kapazitätsdruck

Das wachsende Sendungsaufkommen trifft auf einen angespannten europäischen Transportmarkt. Laut dem aktuellen IRU-Bericht vom Juli 2026 bleiben in Europa rund 502.000 Lkw-Fahrerstellen unbesetzt.

Die Engpassquote liegt bei 13 Prozent. Damit weist Europa den höchsten Wert unter den 18 im Bericht untersuchten Märkten weltweit auf. Die chinesische Quote beträgt 10 Prozent.

Als strukturelle Ursachen nennt der Beitrag alternde Belegschaften, hohe Einstiegshürden in den Beruf und wenig planbare Arbeitsbedingungen. Diese Faktoren erklären die Entwicklung zunehmend stärker als kurzfristige Konjunkturschwankungen.

Für Fuhrparkverantwortliche bedeutet die Entwicklung, dass zusätzliches Volumen aus dem China-E-Commerce auf eine Kapazität trifft, die nicht im gleichen Umfang mitwächst. Als kurzfristige Ansatzpunkte nennt Logistra eine bessere Auslastung vorhandener Kapazitäten, weniger Leerfahrten, eine optimierte Tourenplanung und den Abbau administrativer Hürden.

AngabeWert
Unbesetzte Lkw-Fahrerstellen in Europarund 502.000
Engpassquote in Europa13 Prozent
Untersuchte Märkte18
Quote in China10 Prozent

Zusammenfassung: Der europäische Fahrermangel begrenzt die Transportkapazität. Digitale Buchungs- und Statusdaten, eine bessere Auslastung und weniger Leerfahrten sollen helfen, vorhandene Kapazitäten effizienter einzusetzen.

Retouren werden zu einem eigenen Kapazitätsfaktor

Eine besondere Herausforderung sieht Logistra in der Retourenlogistik. Vor allem im Modesegment, in dem Temu und Shein mittlerweile zweistellige Marktanteile erreichen, gehören hohe Retourenquoten zum Geschäftsmodell.

Nach Angaben des EHI Retail Institute liegt die durchschnittliche Retourenquote im Bereich Fashion & Accessoires zwischen 26 und 50 Prozent. In Einzelfällen kann sie bis zu 75 Prozent betragen.

Mit dem wachsenden Marktanteil asiatischer Fashion-Plattformen steigt damit auch das Rückgabevolumen. Europäische Lager, Sortierzentren und Verteilnetze müssen zusätzlich zum wachsenden Versandaufkommen die Prüfung, Wiederaufbereitung und erneute Einlagerung zurückgesandter Ware bewältigen.

Retourenmanagement wird dadurch zu einem eigenständigen Kapazitätsfaktor. Benötigt werden zusätzliche Lagerfläche, Personal und Transportkapazität für beide Richtungen.

BereichRetourenquote
Fashion & Accessoires, durchschnittlichzwischen 26 und 50 Prozent
Einzelfällebis zu 75 Prozent

Zusammenfassung: Das Wachstum asiatischer Fashion-Plattformen erhöht nicht nur das Ausgangsvolumen, sondern auch den Rücklauf. Retouren müssen bei der Planung von Fläche, Personal und Transportkapazität gleichrangig berücksichtigt werden.

Künstliche Intelligenz soll Abläufe unterstützen

Als weiteren Hebel nennt der Beitrag den Einsatz Künstlicher Intelligenz in operativen Prozessen. Dazu gehören die automatisierte Prüfung von Zoll- und Frachtdokumenten, die vorausschauende Kapazitätsplanung, das frühzeitige Erkennen von Engpässen und die Bereitstellung von Echtzeitstatus für Kunden und Partner.

DHL nennt in seinem „Logistics Trend Radar“ insbesondere generative KI, Computer Vision und KI-gestützte Transparenz als zentrale Entwicklungslinien der Branche. Für kleinere und mittlere Lager- und Speditionsbetriebe kann der Zugang zu solchen Werkzeugen zu einem Wettbewerbsfaktor werden.

Die Quelle betont, dass kleinere und mittlere Unternehmen häufig keine eigenen globalen IT-Plattformen aufbauen können. Digitale Werkzeuge können ihnen dennoch ermöglichen, Prozesse transparenter zu machen und vorhandene Kapazitäten besser zu planen.

Zusammenfassung: KI-Anwendungen sollen Dokumentenprozesse, Kapazitätsplanung, Engpasserkennung und Transparenz verbessern. Gerade für kleinere und mittlere Betriebe wird der Zugang zu digitalen Werkzeugen als wettbewerbsrelevant beschrieben.

Praktische Schlussfolgerungen für Lager und Fuhrparks

Logistra leitet aus der Entwicklung drei zentrale Schlussfolgerungen für operative Entscheider ab. Erstens werde das Sendungsvolumen aus dem chinesischen E-Commerce durch die Zollreform nicht kleiner, sondern verändere seinen Weg: von der Einzelsendung an der Grenze hin zu gebündelten Beständen in europäischen Lagern.

Zweitens werde sich der Fahrermangel kurzfristig nicht auflösen. Digitalisierung könne fehlende Fahrer nicht ersetzen, aber vorhandene Kapazitäten durch bessere Auslastung, weniger Leerfahrten und elektronisch verfügbare Frachtinformationen sichtbarer und planbarer machen.

Drittens müsse die Retourenlogistik denselben Stellenwert wie der Wareneingang erhalten. Mit dem wachsenden Marktanteil asiatischer Fashion-Plattformen steige auch der Rückkanal und damit der Bedarf an Fläche, Personal und geeigneten Prozessen.

Zusammenfassung: Der Wettbewerbsdruck aus China verschwindet nach Darstellung der Quelle nicht, sondern verändert seine Form. Europäische Lager- und Fuhrparkbetreiber sollen ihre Strukturen digital und durchgängig organisieren.

Kühne+Nagel und Amazon vereinbaren langfristige Zusammenarbeit

Die Kühne+Nagel International AG hat mit Amazon eine langfristige und umfassende Zusammenarbeit vereinbart. Der Schweizer Logistikdienstleister gab dies am 21. September bekannt.

Die Kooperation soll die bestehende Geschäftsbeziehung vertiefen, neue Möglichkeiten erschließen und das Dienstleistungsportfolio für Amazon sowie dessen verbundene Unternehmen ausbauen. Im Mittelpunkt stehen Skalierbarkeit, Innovation und Kundennutzen.

„Wir freuen uns auf die langfristige Zusammenarbeit mit Amazon. Im Mittelpunkt stehen Skalierbarkeit, Innovation und Kundennutzen. Mit unserem globalen Netzwerk, unseren digitalen Fähigkeiten und unserer Supply-Chain-Expertise sind wir exzellent aufgestellt, um die sich wandelnden geschäftlichen Anforderungen und Wachstumspläne von Amazon zu unterstützen.“

Quelle des Zitats: Stefan Paul, CEO der Kühne+Nagel International AG, zitiert von Logistik Heute.

Logistik für die Infrastruktur von Amazon Web Services

Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem Logistikdienstleistungen für die Infrastruktur von Amazon Web Services, kurz AWS. Der Leistungsumfang reicht vom Bau und der Inbetriebnahme der Anlagen über die laufende Wartung und Modernisierung bis hin zu Erweiterungsprojekten.

Im Fokus stehen Lieferketten für Cloud-Infrastrukturen. Nach Angaben der Quelle soll die Zusammenarbeit zwischen Kühne+Nagel, Amazon und AWS zur Resilienz, Skalierbarkeit und Effizienz dieser Lieferketten beitragen und das weitere Wachstum in diesem Sektor unterstützen.

Stefan Paul erklärte außerdem, dass Kühne+Nagel künftige Wachstumschancen schneller nutzen und nachhaltigen Mehrwert für Kunden schaffen könne. Das Dienstleistungsversprechen für Amazon werde dadurch global auf ein neues Niveau gehoben.

Zusammenfassung: Kühne+Nagel übernimmt für Amazon Logistikleistungen rund um AWS-Infrastrukturen. Die Aufgaben umfassen Bau, Inbetriebnahme, Wartung, Modernisierung und Erweiterungsprojekte.

Kaufoption auf Kühne+Nagel-Aktien

Die Zusammenarbeit wird durch eine Kaufoption auf bestehende Kühne+Nagel-Aktien unterstützt. Die Option kann in bar oder nach Wahl von Amazon in Aktien erfüllt werden.

Ihre Ausführbarkeit ist an kommerzielle Meilensteine und die Erbringung von Dienstleistungen über einen Zeitraum von sieben Jahren geknüpft. Kühne+Nagel hat dafür einen externen Finanzdienstleister eingebunden.

Dieser Finanzdienstleister geht Absicherungsgeschäfte in Aktien von Kühne+Nagel ein, um die Transaktionsstruktur zu unterstützen. Weitere Werte zur Kaufoption oder zum Umfang der Aktien werden in den vorliegenden Quellen nicht genannt.

AngabeWert
Zeitraum der Dienstleistungserbringungsieben Jahre
Erfüllungsarten der Kaufoptionin bar oder in Aktien

Zusammenfassung: Die langfristige Zusammenarbeit wird durch eine Kaufoption auf bestehende Kühne+Nagel-Aktien flankiert. Die Ausführbarkeit hängt von kommerziellen Meilensteinen und Dienstleistungen über sieben Jahre ab.

Quelle: Logistik Heute

Kühne + Nagel: strategisches Wachstum mit Amazon

Auch Logistik Online berichtet über die langfristige und umfassende Zusammenarbeit zwischen der Kühne + Nagel International AG und Amazon. Die Vereinbarung ist demnach Teil der konsequenten Ausrichtung von Kühne + Nagel auf strategisches Wachstum.

Die bestehende Geschäftsbeziehung soll vertieft, neue Möglichkeiten sollen erschlossen und das Dienstleistungsportfolio für Amazon sowie die verbundenen Unternehmen erweitert werden. Die Partnerschaft wird als Beitrag zur Resilienz, Skalierbarkeit und Effizienz von Lieferketten für globale Cloud-Infrastrukturen beschrieben.

Logistik Online hebt ebenfalls den gesamten Leistungsumfang rund um AWS hervor. Dieser reicht vom Bau und der Inbetriebnahme der Anlagen über Wartung und Modernisierung bis zu Erweiterungsprojekten.

„Wir freuen uns auf die langfristige Zusammenarbeit mit Amazon. Im Mittelpunkt stehen Skalierbarkeit, Innovation und Kundennutzen.“

Quelle des Zitats: Stefan Paul, CEO der Kühne + Nagel International AG, zitiert von Logistik Online.

Wie Logistik Online weiter berichtet, wird die Kooperation durch eine Kaufoption auf bestehende Kühne + Nagel-Aktien unterstützt. Die Erfüllung kann in bar oder nach Wahl von Amazon in Aktien erfolgen. Die Ausführbarkeit ist an kommerzielle Meilensteine und die Erbringung von Dienstleistungen über sieben Jahre gebunden.

Für die Transaktionsstruktur wurde ein externer Finanzdienstleister eingebunden. Dieser geht Absicherungsgeschäfte in Aktien von Kühne + Nagel ein.

Zusammenfassung: Logistik Online bestätigt die langfristige AWS-bezogene Zusammenarbeit, den siebenjährigen Zeitraum sowie die Kaufoption auf bestehende Kühne + Nagel-Aktien.

Quelle: Logistik Online

Quellen: