KI zwischen Milliardeninvestitionen, Haftung, Ressourcenbedarf und Sicherheit

Autor: Felix Weipprecht

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Kategorie: Künstliche Intelligenz

Zusammenfassung: Der Text behandelt den massiven Ressourcenbedarf von GPT-6 Astra, neue Produkthaftungsregeln für KI, Mistrals Finanzierung, transparente KI-Kennzeichnungen und KI-gestützte Terrorabwehr.

KI im Fokus: Rechenzentren, Haftung, Finanzierung und Sicherheitsfragen

GPT-6 Astra: Mehr als 100.000 Blackwell-Beschleuniger für das Training

Das KI-Modell GPT-6 Astra wird laut PCGH mit mehr als 100.000 Nvidia-Blackwell-Beschleunigern trainiert. Nvidia-Chef Jensen Huang schrieb am 6. September von „~100K+ Nvidia Grace Blackwell NVLink72“ und kündigte 400.000 weitere GPUs an. Die Formulierung ließ zunächst offen, ob einzelne Beschleuniger oder komplette NVL72-Systeme gemeint waren.

OpenAI-Präsident Greg Brockman stellte laut PCGH klar, dass es sich um einzelne Beschleuniger handelt. Daraus ergeben sich rund 1.390 Server-Racks des Typs NVL72. Ein NVL72-Rack fasst 72 Blackwell-Beschleuniger und 36 Grace-CPUs.

Für den Standort in Abilene hatte Oracle laut Financial Times rund 40 Milliarden US-Dollar für etwa 400.000 GB200-Beschleuniger eingeplant. Nvidia beteiligt sich dem Bericht zufolge ebenfalls am Ausbau der Rechenzentren von OpenAI und stellt dafür Garantien in Höhe von bis zu 105 Milliarden US-Dollar bereit.

Die Rechenleistung hat erhebliche Auswirkungen auf Energie- und Speicherbedarf. Ein GB300-NVL72-Rack zieht laut Lenovo im Dauerbetrieb 135 kW und in der Spitze bis zu 155 kW. Auf den Astra-Cluster hochgerechnet ergeben sich laut PCGH etwa 187 MW allein für die Rechen-Racks; Kühlung, Netzwerk und Storage sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Der Cluster benötigt außerdem je nach Beschleunigerausbaustufe 18 bis 27 Petabyte HBM3e. PCGH berichtet, dass Samsung, SK Hynix und Micron ihre Kapazitäten zugunsten von HBM verschoben haben. Im deutschen Einzelhandel lag Arbeitsspeicher Mitte August 2026 demnach rund 345 Prozent über dem Vorkrisenniveau.

Für das dritte Quartal 2026 erwartet Trendforce laut PCGH einen weiteren Anstieg der DRAM-Kontraktpreise um 13 bis 18 Prozent und bei NAND-Flash um 10 bis 15 Prozent. Bernstein und Gartner nennen 2028 als frühestes Jahr eines echten Preisverfalls.

„~100K+ Nvidia Grace Blackwell NVLink72“

Zusammenfassung: GPT-6 Astra wird laut PCGH mit mehr als 100.000 Blackwell-Beschleunigern trainiert. Der Aufbau benötigt rund 187 MW für die Rechen-Racks sowie 18 bis 27 Petabyte HBM3e und steht im Zusammenhang mit steigenden DRAM- und NAND-Preisen.

Neue Produkthaftung: KI-Software wird zum haftungsrechtlichen Produkt

Die FAZ berichtet über die europäische Produkthaftungsrichtlinie ProdHaftRL 2024/2853, die spätestens ab dem 9. Dezember 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Erstmals wird KI-Software ausdrücklich von der Produkthaftung erfasst. Hersteller haften demnach verschuldensunabhängig für Fehler und daraus resultierende Schäden.

Betroffen sind nicht nur klassische physische Produkte, sondern auch Stand-alone-Software, KI-Systeme, SaaS-Lösungen und per Cloud bereitgestellte Anwendungen. Entscheidend ist, ob ein Produkt nicht die Sicherheit bietet, die unter Berücksichtigung von Verwendungszweck, Aufmachung, Zielgruppe sowie dem Stand von Wissenschaft und Technik berechtigterweise erwartet werden kann.

Eine eigenständige „KI-Haftung“ wird es laut FAZ nicht geben. Die ursprünglich vorgesehene KI-Haftungsrichtlinie wurde Ende 2025 von der EU-Kommission zurückgezogen, weil zentrale Anliegen in die überarbeitete Produkthaftungsrichtlinie integriert worden seien.

Die Verantwortung kann sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette verteilen. Neben dem Anbieter eines Gesamtprodukts können auch Produzenten einzelner Komponenten als Hersteller gelten und gemeinsam mit dem direkten Anbieter haften. Das kann auch Unternehmen betreffen, die bestehende KI-Systeme wesentlich anpassen, konfigurieren oder mit eigenen Daten trainieren lassen und anschließend am Markt bereitstellen.

Die Reform erweitert außerdem den Kreis der ersatzfähigen Schäden. Dazu zählen künftig Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit sowie die Vernichtung oder Beschädigung privat genutzter Daten. Die bisherige Haftungshöchstgrenze von 85 Millionen Euro für Schäden an Leben, Körper oder Gesundheit soll wegfallen.

Hinweise auf den Einsatz von KI begrenzen die Haftung nicht. Auch Transparenzpflichten und eine Kennzeichnung als KI entbinden Hersteller und Betreiber nicht von der Pflicht, ein sicheres Produkt bereitzustellen. Haftungsausschlüsse in Allgemeinen Geschäftsbedingungen sollen nach dem neuen Produkthaftungsgesetz unwirksam sein.

Für Geschädigte sind Beweiserleichterungen vorgesehen. Bei offensichtlichen Funktionsstörungen kann ein Fehler vermutet werden, während Hersteller künftig unter bestimmten Voraussetzungen Konstruktionsunterlagen, Dokumentationen oder sicherheitsrelevante Protokolle offenlegen müssen.

Zusammenfassung: Ab spätestens dem 9. Dezember 2026 soll KI-Software in Deutschland ausdrücklich unter die Produkthaftung fallen. Für Unternehmen werden Dokumentation, Sicherheitsmanagement, Vertragsgestaltung und Versicherungsschutz wichtiger, während die Haftungshöchstgrenze von 85 Millionen Euro für bestimmte Personenschäden entfallen soll.

Mistral sammelt drei Milliarden Euro ein

Das französische KI-Unternehmen Mistral hat laut SZ.de in einer Finanzierungsrunde drei Milliarden Euro eingesammelt. Mit dem Investment ist das Unternehmen rund 21 Milliarden Euro wert.

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom südkoreanischen Technologieunternehmen Samsung Electronics, dem von der EU finanzierten Scaleup Europe Fund und der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft PSG. SZ.de ordnet die Bewertung im europäischen Umfeld als beachtlich ein, auch wenn sie im Vergleich zu großen US-amerikanischen KI-Firmen deutlich kleiner ist.

Mistral konzentriert sich auf offene Modelle für Unternehmenskunden und will konkurrenzfähige Modelle für Alltagsaufgaben liefern. Unternehmen können diese Modelle theoretisch selbst betreiben, bezahlen laut SZ.de aber häufig für den Zugang über eine Schnittstelle oder für die Wartung eines selbst betriebenen Systems.

Damit unterscheidet sich Mistrals Strategie von der des deutschen Unternehmens Aleph Alpha. Während Aleph Alpha auf proprietäre Modelle und die Erklärbarkeit von KI-Entscheidungen setzte, fokussierte sich Mistral früh auch auf offene Modelle.

„Die Frage, wer die KI kontrolliert und wer sie an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann, ist ebenso wichtig wie ihre Leistungsfähigkeit.“

Mistral versucht dem Bericht zufolge, Modelle bereitzustellen, die für Alltagsaufgaben effizient und für möglichst viele Kunden nutzbar sind. Der Ansatz birgt jedoch das Risiko, dass langfristig genügend zahlende Kunden gewonnen werden müssen, um die Weiterentwicklung der Modelle zu finanzieren.

Zusammenfassung: Mistral sammelte drei Milliarden Euro ein und wird mit rund 21 Milliarden Euro bewertet. Das Unternehmen setzt auf offene, effiziente Modelle sowie auf Angebote für Unternehmenskunden.

BOGESTRA kennzeichnet KI-unterstützte Bilder

Die BOGESTRA führt neue Icons zur Kennzeichnung von Bildern und Fotos ein, bei deren Erstellung oder Bearbeitung künstliche Intelligenz eingesetzt wurde. Die Kennzeichnung soll auf einen Blick transparent machen, ob ein Bild ganz oder teilweise mit KI entstanden ist.

Nach Angaben der BOGESTRA bewertet das Icon nicht, ob der Einsatz von KI gut oder schlecht ist. Es soll vielmehr Transparenz und Orientierung schaffen. Künstliche Intelligenz könne kreative Prozesse unterstützen, neue Ideen liefern und bei der Erstellung oder Bearbeitung von Inhalten Zeit sparen.

Die BOGESTRA betont zugleich, dass KI kein Ersatz für menschliche Expertise, Kreativität und Verantwortung sei. Die Kennzeichnung wird künftig auch bei den eigenen Medien eingesetzt.

Zusammenfassung: Die BOGESTRA nutzt neue KI-Icons für KI-unterstützte oder mit KI bearbeitete Bilder. Ziel ist eine klare Transparenz über den Einsatz künstlicher Intelligenz.

SWR: KI könnte große Datenmengen zur Terrorabwehr analysieren

Der SWR beschäftigt sich 25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 mit der Frage, ob künstliche Intelligenz künftig Terroranschläge verhindern kann. Während Sicherheitsbehörden Informationen zur Zeit von 9/11 noch mit einfachen technischen Mitteln analysierten, können Polizei und Geheimdienste heute mit KI große Datenmengen auswerten.

Die Technologie kann laut SWR Muster schneller erkennen. Gleichzeitig bestehen rechtliche und ethische Grenzen. Der mögliche Einsatz von KI in der Terrorabwehr bewegt sich damit zwischen technischer Auswertbarkeit sowie Anforderungen an Datenschutz, Verhältnismäßigkeit und staatliche Kontrolle.

Der Beitrag steht im Zusammenhang mit weiteren SWR-Themen zu den Folgen der Anschläge vom 11. September 2001. Dazu zählen die Entwicklung von Terror zum Medienereignis, der Umgang mit Terroranschlägen im Schulunterricht, Verschwörungstheorien sowie Anthrax als Biowaffe.

Zusammenfassung: KI kann Sicherheitsbehörden bei der Analyse großer Datenmengen unterstützen und Muster schneller sichtbar machen. Der SWR verweist zugleich auf enge rechtliche und ethische Grenzen.

Quellen: