KI-Suche und Plattformen prägen den Schweizer Onlinehandel neu

Autor: Felix Weipprecht

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Kategorie: eCommerce

Zusammenfassung: KI-Suche und Plattformen prägen den Schweizer Onlinehandel zunehmend; zugleich zählen transparente Lieferung, einfache Retouren und TWINT zu den wichtigsten Kundenanforderungen.

KI-Suche und Plattformen verändern den Onlinehandel

Die signundsinn GmbH beschreibt in einer am 28.08.2026 veröffentlichten Story, wie sich die Produktsuche im B2B-E-Commerce verändert. Demnach wird KI-gestützte Suche zu einem wichtigen Bestandteil des digitalen Kaufprozesses, weil Kundinnen und Kunden Produkte zunehmend über semantische Suchtechnologien, generative KI und digitale Einkaufsassistenten finden.

Im Mittelpunkt stehen Onlineshops, die ihre Produktdaten so aufbereiten, dass sie von Sprachmodellen und KI-Systemen verarbeitet werden können. Genannt werden unter anderem Vektorsuche, Reranker, optimierte Nulltreffer-Seiten und KI-Chatbots mit transparenter Antwortlogik. Der Algorithmus übernimmt damit nach Darstellung der signundsinn GmbH zunehmend Aufgaben, die bislang dem Vertrieb zugeordnet wurden.

Für Händler gewinnt laut der Story insbesondere die Frage an Bedeutung, wie Produkte in KI-basierten Systemen auffindbar werden. Die technische Grundlage bilden maßgeschneiderte E-Commerce-Lösungen auf Basis von Shopware und Shopify, die in bestehende Systemlandschaften wie ERP, PIM oder DAM integriert werden können.

Infobox: Quelle: PresseBox, Story der signundsinn GmbH, veröffentlicht am 28.08.2026. Thema: KI-gestützte Suche und Automatisierung des Kaufprozesses im B2B-E-Commerce.

Suchmaschinen gewinnen in der Schweiz die Spitzenposition zurück

Das von der Carpathia AG ausgewertete E-Commerce-Stimmungsbarometer 2026 zeigt eine Verschiebung bei der Produktsuche in der Schweiz. Suchmaschinen wie Google oder Bing werden wieder am häufigsten als Einstiegspunkt genannt und erreichen 45%.

Digitec Galaxus folgt mit 42% auf dem zweiten Platz, Zalando liegt mit 40% an dritter Stelle. 2025 hatte Digitec Galaxus erstmals die Spitzenposition übernommen, nun geben Suchmaschinen diese Position wieder ab.

Einstiegspunkt der ProduktsucheAnteil
Suchmaschinen wie Google oder Bing45%
Digitec Galaxus42%
Zalando40%
Amazon33%
Temu28%
Spezialisierte Onlineshops22%

Grosse Plattformen gewinnen gleichzeitig an Bedeutung. Amazon steigt im Vergleich zum Vorjahr von 18% auf 33%, Temu von 10% auf 28%. Zalando erreicht 40%, während spezialisierte Onlineshops als Einstiegspunkt von 39% auf 22% sinken.

Auch KI-basierte Chats werden häufiger für die Produktsuche genutzt. Ihr Anteil steigt von 1% im Jahr 2024 über 4% im Jahr 2025 auf 9% im Jahr 2026.

Infobox: Quelle: Carpathia AG. Wichtigster Einstiegspunkt sind 2026 Suchmaschinen mit 45%, gefolgt von Digitec Galaxus mit 42% und Zalando mit 40%. KI-basierte Chats erreichen 9%.

Jüngere Konsumenten nutzen generative Chats besonders häufig

Generative Chats wie ChatGPT, Microsoft Copilot oder Google Gemini werden laut Carpathia AG vor allem von jüngeren Altersgruppen für Produktsuche und Produktwahl verwendet. Bei den 25- bis 44-Jährigen geben 37% an, solche Anwendungen wöchentlich oder häufiger einzusetzen.

Bei den 16- bis 24-Jährigen liegt dieser Anteil bei 36%. Mit zunehmendem Alter nimmt die Nutzung deutlich ab. Bei den 60- bis 79-Jährigen haben 52% generative Chats noch nie für die Produktsuche oder Produktwahl verwendet.

Auch Einkaufsassistenten direkt in Onlineshops werden eingesetzt. Über alle Altersgruppen hinweg nutzen 32% der Befragten Chatbots oder virtuelle Berater oft oder manchmal, während 46% solche Einkaufsassistenten noch nie verwendet haben.

Bei den 16- bis 24-Jährigen beginnt die Produktsuche am häufigsten direkt bei Zalando. 55% dieser Altersgruppe nennen die Plattform als Einstiegspunkt. Zudem nutzt diese Altersgruppe TikTok und Instagram deutlich häufiger für die Produktsuche als ältere Generationen.

Altersgruppe oder NutzungWert
25- bis 44-Jährige: generative Chats wöchentlich oder häufiger37%
16- bis 24-Jährige: generative Chats wöchentlich oder häufiger36%
60- bis 79-Jährige: generative Chats noch nie genutzt52%
Einkaufsassistenten oft oder manchmal genutzt32%
Einkaufsassistenten noch nie genutzt46%
16- bis 24-Jährige: Zalando als Einstiegspunkt55%

Infobox: Quelle: Carpathia AG. Generative KI ist bei jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten deutlich stärker verbreitet. Besonders häufig wird sie von den 25- bis 44-Jährigen genutzt.

Fehlende Lieferung in die Schweiz bleibt häufigster Grund für Kaufabbrüche

Bei den Gründen für einen Abbruch des Onlineeinkaufs steht die fehlende Lieferung in die Schweiz weiterhin an erster Stelle. 57% nennen diesen Aspekt als häufigsten Grund.

Auf dem zweiten Platz folgen Liefergebühren mit 50%. Versteckte Kosten, etwa durch Mindestbestellmengen oder Zollgebühren, werden von 49% genannt. Sicherheitsbedenken und lange Lieferzeiten erreichen jeweils 37%.

Grund für einen KaufabbruchAnteil
Keine Lieferung in die Schweiz57%
Liefergebühren50%
Versteckte Kosten49%
Sicherheitsbedenken37%
Lange Lieferzeiten37%

Infobox: Quelle: Carpathia AG. Die fehlende Lieferung in die Schweiz ist mit 57% der meistgenannte Grund für einen Kaufabbruch.

Digitec Galaxus bleibt meistgenutzter Marktplatz

Bei den meistgenutzten Marktplätzen und Plattformen liegt Digitec Galaxus mit 55% vorne. Zalando folgt mit 48%, Temu erreicht 41% und Amazon 39%.

Als wichtigste Vorteile von Marktplätzen nennen die Befragten günstigere Preise, eine grössere Auswahl an Produkten aus einer Produktkategorie sowie eine bessere Verfügbarkeit. Die Carpathia AG verweist außerdem darauf, dass die sechs umsatzstärksten Anbieter im Schweizer B2C-Onlinehandel allesamt Marktplätze sind.

Temu hat sich laut der Auswertung innerhalb kurzer Zeit etabliert und erreicht gemäss den Schätzungen der Carpathia AG mittlerweile einen Onlineumsatz von CHF 1 Mrd. in der Schweiz.

Marktplatz oder PlattformAnteil der Onlineeinkäuferinnen und Onlineeinkäufer
Digitec Galaxus55%
Zalando48%
Temu41%
Amazon39%

Infobox: Quelle: Carpathia AG. Digitec Galaxus ist mit 55% der meistgenutzte Marktplatz. Temu erreicht gemäss den Schätzungen einen Onlineumsatz von CHF 1 Mrd. in der Schweiz.

TWINT führt bei den bevorzugten Zahlungsmöglichkeiten

Bei den bevorzugten Zahlungsmöglichkeiten liegt TWINT mit 56% an erster Stelle. Die Kreditkarte folgt knapp dahinter mit 53%, während der Kauf auf Rechnung 45% erreicht.

Damit steht TWINT nach 2024 wieder an erster Stelle, nachdem 2025 die Kreditkarte die Spitzenposition übernommen hatte. Besonders beliebt ist TWINT bei den 16- bis 24-Jährigen: 76% dieser Altersgruppe bevorzugen die Zahlungsmöglichkeit.

ZahlungsmöglichkeitAnteil
TWINT56%
Kreditkarte53%
Kauf auf Rechnung45%
TWINT bei den 16- bis 24-Jährigen76%

Infobox: Quelle: Carpathia AG. TWINT ist mit 56% die am häufigsten bevorzugte Zahlungsmöglichkeit und erreicht bei den 16- bis 24-Jährigen 76%.

Sendungsverfolgung wichtiger als maximale Geschwindigkeit

Bei den Lieferoptionen steht für 75% der Befragten die Online-Sendungsverfolgung an erster Stelle. 69% legen Wert auf eine Vorankündigung des Sendungsempfangs per SMS, E-Mail oder Push-Benachrichtigung.

Die Möglichkeit, Sendungen zu steuern, etwa durch Deponierung oder Weiterleitung, ist für 58% wichtig. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass Transparenz und Kontrolle höher bewertet werden als eine möglichst schnelle Zustellung.

LieferoptionAnteil
Online-Sendungsverfolgung75%
Vorankündigung des Sendungsempfangs69%
Sendungen steuern58%
Next Day Delivery46%
Same Day Delivery30%

Infobox: Quelle: Carpathia AG. 75% bewerten die Online-Sendungsverfolgung als wichtigste Lieferoption. Next Day Delivery ist für 46% wichtig, Same Day Delivery für 30%.

Retouren müssen verständlich und unkompliziert sein

Beim Retourenprozess ist für 86% der Befragten wichtig, dass die Versandverpackung auch für die Retoure genutzt werden kann. Verständliche Rücksendebedingungen und eine kostenlose Retoure folgen jeweils mit 85%.

Eine bereits beigelegte Retourenetikette sowie das Vermeiden von Zollkosten sind für jeweils 84% wichtig. Damit stehen einfache Abläufe, transparente Bedingungen und die Vermeidung zusätzlicher Kosten im Mittelpunkt.

Infobox: Quelle: Carpathia AG. Die Wiederverwendung der Versandverpackung ist mit 86% der wichtigste genannte Aspekt beim Retourenprozess.

Studienbasis des E-Commerce-Stimmungsbarometers

Die Schweizerische Post hat das E-Commerce-Stimmungsbarometer gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt. An der Studie nahmen 1’050 Personen aus allen Sprachregionen der Schweiz teil.

Die Befragung fand vom 7. bis 25. Mai 2026 statt. Befragt wurden Personen, die innerhalb der letzten zwölf Monate Produkte online gekauft hatten; die Ergebnisse sind laut Carpathia AG repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung, die online einkauft.

Infobox: Quelle: Carpathia AG. Befragungszeitraum: 7. bis 25. Mai 2026. Teilnehmende: 1’050 Personen aus allen Sprachregionen der Schweiz.

Quellen: