Handel setzt auf Omnichannel, flexible Zahlungen und KI trotz Margendruck

Autor: Felix Weipprecht

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Kategorie: eCommerce

Zusammenfassung: Der Handel setzt auf genaue Bestände, vernetzte Kanäle, flexible Zahlungen und KI, steht dabei aber unter hohem Kosten-, Fachkräfte- und Margendruck.

Einzelhandel setzt auf Bestandsgenauigkeit für Omnichannel-Geschäft

Die COSYS Ident GmbH beschreibt die Bestandsgenauigkeit im Einzelhandel als zentrale Voraussetzung für verlässliche Artikelauskünfte, eine sichere Auftragssteuerung und funktionierendes Fulfillment. Besonders im Omnichannel-Handel müssten Filial-, Lager- und Onlinebestände aktuell und belastbar sein, damit Kunden Produkte online finden, reservieren oder in einer Filiale abholen können.

Nach Darstellung der Quelle halten mobile Warenbewegungen die Bestände in Filialen und Lagern aktueller. Mitarbeitende können Verfügbarkeit, Standort, Varianten und relevante Zusatzdaten direkt auf der Verkaufsfläche prüfen. Dadurch soll die Artikelauskunft gezielter und zuverlässiger werden.

Für Click & Collect und Ship-from-Store seien reservierbare, auffindbare und verkaufsfähige Bestände erforderlich. COSYS hebt außerdem die Bedeutung von Wareneingang, Umlagerungen, Bestandskorrekturen und Retourenmanagement hervor, da diese Prozesse die Qualität der verfügbaren Bestandsdaten beeinflussen.

Eine standortübergreifende Prozessdatenanalyse soll laut COSYS sichtbar machen, an welchen Standorten Bestandskorrekturen, Out-of-Stock-Muster und Fulfillment-Engpässe auftreten. Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf bei Hildesheim besteht laut PresseBox seit knapp 40 Jahren und treibt seit 1982 die Entwicklung von Identifikationssystemen voran.

„Bestände belastbarer machen: Mobile Warenbewegungen halten Filial-, Lager- und Onlinebestände aktueller.“

Infobox – Quelle PresseBox:

Handel erwartet mehr Umsatz, rechnet aber mit sinkenden Roherträgen

Der „Handelsreport 2026“ von Unzer zeigt laut e-commerce magazin ein Spannungsfeld zwischen erwarteten Umsatzsteigerungen und wachsendem Margendruck. 55 Prozent der befragten Händler erwarten in den kommenden zwölf Monaten steigende Umsätze, während 62 Prozent mit sinkenden Roherträgen rechnen.

Die Untersuchung beschreibt steigende Preise und die Kaufzurückhaltung der Verbraucher als wesentliche Belastungen. 91 Prozent der befragten Unternehmen sehen steigende Preise als große oder eher große Herausforderung. 84 Prozent nennen die allgemeine Kaufzurückhaltung der Kunden, 83 Prozent deren hohe Preissensibilität und 72 Prozent den Druck auf die Margen.

Der Handel reagiert laut Bericht nicht primär mit einem Rückzug aus der Digitalisierung. Stattdessen bauen viele Unternehmen Verkaufs- und Serviceprozesse aus. Kunden sollen Produkte online finden, sie im Geschäft abholen, flexibel bezahlen und Retouren unkompliziert abwickeln können.

29 Prozent der Befragten bespielen ihre Vertriebskanäle weiterhin getrennt voneinander. Gleichzeitig haben 81 Prozent die Verknüpfung ihrer Kanäle bereits umgesetzt, befinden sich in der Umsetzung oder planen sie. Für Unternehmen, insbesondere für kleine und mittelständische Händler, bleibt die praktische Umsetzung jedoch anspruchsvoll.

AngabeAnteil
Händler mit erwarteten steigenden Umsätzen55 Prozent
Händler mit erwarteten sinkenden Roherträgen62 Prozent
Unternehmen mit umgesetzter, geplanter oder laufender Kanalverknüpfung81 Prozent
Unternehmen mit weiterhin getrennten Vertriebskanälen29 Prozent
Unternehmen, die steigende Preise als große oder eher große Herausforderung sehen91 Prozent

Als größte Hindernisse bei der Kanalverknüpfung nennen 69 Prozent fehlende Fachkräfte. Jeweils 65 Prozent sehen den Aufbau neuer Kanäle und die Zusammenarbeit mit Dienstleistern als Herausforderung. Auch Investitionen in Softwarelösungen und die Automatisierung relevanter Prozesse werden als Belastungen beschrieben.

„Umsatz allein reicht nicht aus, wenn Kosten steigen und die Margen unter Druck geraten.“ – Pascal Beij, Vertriebschef von Unzer

Infobox – Kernerkenntnis: Der Handel erwartet Umsatzwachstum, steht aber zugleich unter erheblichem Kosten- und Margendruck. Die Unternehmen setzen deshalb auf vernetzte Kanäle, neue Services und effizientere Prozesse.

Flexible Zahlungsarten und Wero gewinnen an Bedeutung

Bei den etablierten Zahlarten bleiben Kreditkartenzahlungen, PayPal, Lastschrift und Vorkasse laut Handelsreport die Basis im Checkout. 80 Prozent der befragten Händler bieten Kreditkartenzahlungen an, 69 Prozent PayPal und jeweils 68 Prozent Lastschrift und Vorkasse.

Zusätzlich erweitern viele Händler ihr Angebot um flexible Zahlungsoptionen. 53 Prozent der Befragten bieten bereits Buy Now, Pay Later an, etwa den Kauf auf Rechnung oder Ratenkauf. Weitere 15 Prozent planen die Einführung bis Ende 2026.

56 Prozent sehen in Buy Now, Pay Later vor allem eine Möglichkeit, die Ausgabebereitschaft ihrer Kunden zu erhöhen. Bei Wero setzt sich die europäische Bezahllösung laut Bericht ebenfalls zunehmend durch, ist aber noch nicht flächendeckend etabliert.

Zahlungsart oder ZahlungsoptionAngabe
Kreditkartenzahlungen80 Prozent
PayPal69 Prozent
Lastschrift68 Prozent
Vorkasse68 Prozent
Buy Now, Pay Later bereits im Angebot53 Prozent
Einführung von Buy Now, Pay Later bis Ende 2026 geplant15 Prozent
Wero bereits im Einsatz25 Prozent
Einführung von Wero bis Ende 2026 geplant24 Prozent

25 Prozent der Händler setzen Wero bereits ein, weitere 24 Prozent planen die Einführung bis Ende 2026. Damit weist Wero laut e-commerce magazin den stärksten geplanten Zuwachs aller abgefragten Zahlverfahren auf. Knapp ein Drittel hat derzeit keine Einführung geplant, während knapp jeder Fünfte Wero noch nicht kennt.

Infobox – Zahlungsverkehr: Etablierte Zahlarten dominieren weiterhin den Checkout. Buy Now, Pay Later und Wero werden jedoch von weiteren Händlern eingesetzt oder für eine Einführung bis Ende 2026 vorgesehen.

KI-Assistenten werden als künftiger Vertriebskanal betrachtet

Ein weiterer Schwerpunkt des Handelsreports ist Agentic Commerce. KI-Assistenten könnten künftig Produkte recherchieren, Preise vergleichen und im Auftrag von Kunden einkaufen. 54 Prozent der Befragten halten diese Entwicklung in den kommenden ein bis drei Jahren für sehr oder eher relevant für ihr Geschäft.

Mit dem Einsatz von KI-Agenten verbinden sich laut Bericht jedoch offene Fragen. Besonders häufig genannt werden Haftungsfragen bei Fehlkäufen oder Fehlfunktionen, die technische Integration in bestehende Checkouts und ein möglicher Verlust der direkten Kundenbeziehung.

Mehr als die Hälfte der hierzu Befragten sieht deshalb Bedarf an speziellen Zahlungslösungen für KI-Agenten. Diese sollen unter anderem eine sichere Autorisierung, klare Haftungsregeln und Transaktionslimits ermöglichen.

„Entscheidend ist, dass daraus im Alltag ein echter Vorteil entsteht: mehr Wahlfreiheit für Kunden und bessere, verlässlichere Entscheidungen für Händler.“ – Pascal Beij, Vertriebschef von Unzer

Der Handelsreport wurde vom IFH Köln im Auftrag von Unzer erstellt. Im Juli 2026 wurden insgesamt 109 Händler in Deutschland zu ihrer wirtschaftlichen Lage, Zahlungsarten und dem Thema Buy Now, Pay Later befragt. Rund die Hälfte der Teilnehmenden gehört zu Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro.

Die Ergebnisse sind laut e-commerce magazin nicht repräsentativ für den gesamten deutschen Handel. Die Befragung soll Einblicke in die Einschätzungen und aktuellen Herausforderungen von Handelsunternehmen unterschiedlicher Größe geben.

Infobox – KI im Handel: 54 Prozent halten KI-Assistenten als Vertriebskanal in den kommenden ein bis drei Jahren für relevant. Als zentrale offene Punkte gelten Haftung, Checkout-Integration und der Erhalt der Kundenbeziehung.

Quellen: