Bitcoin unter Druck: ETF-Abflüsse bremsen Erholung trotz günstiger Inflationsdaten
Autor: Felix Weipprecht
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Kategorie: Kryptowährung
Zusammenfassung: Bitcoin fällt trotz rückläufiger US-Produzentenpreisinflation unter 63.000 Dollar, während ETF-Abflüsse und uneinheitliche Derivatedaten belasten; Strategy bleibt größter Bitcoin-Halter. BNB erholt sich, der Markt analysiert weiterhin Halving-Zyklen und XRP verzeichnet zunehmende Nachfrage von Großinvestoren.
Bitcoin gerät trotz günstiger Inflationssignale unter Druck
Bitcoin ist laut CoinDesk unter 63.000 USD gefallen und hat seit Mitternacht UTC 1,14 % verloren. Der Kurs lag bei 62.677,42 USD und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 3. August, während Ether um 0,73 % auf 1.871,44 USD nachgab.
Belastet wurde der Kryptomarkt durch die ersten aufeinanderfolgenden Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs seit Ende Juli. Nach Angaben von SoSoValue wurden 192 Millionen US-Dollar aus den Produkten abgezogen, wodurch Bitcoin die Gewinne der vergangenen Woche wieder abgab.
Die US-Aktienmärkte entwickelten sich dagegen freundlicher. Die Produzentenpreis-Inflation ging auf 4,7 % zurück und lag damit unter den Prognosen; sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq 100 legten nach dem Bericht zu.
Bei den Derivaten blieb die Positionierung uneinheitlich. Das Long-Short-Taker-Verhältnis war ausgeglichen, wobei Long-Positionen die Hälfte des Volumens ausmachten; zugleich wuchs das 24-Stunden-Handelsvolumen deutlich stärker als das Open Interest, was CoinDesk als Hinweis auf Umschichtungen statt auf frische Positionierungen beschreibt.
Bitcoin verzeichnete dennoch einen Anstieg des Open Interest um mehr als 3 % auf 765.000 BTC, begleitet von einem negativen kumulativen Volumendelta. Bei Bitcoin Cash stieg das Open Interest um 10 % auf 1,64 Millionen Token, während der Spotpreis um 3 % fiel. Hedera zeigte mit Funding-Raten von etwa -20 % die deutlichste bärische Tendenz unter den Top 25 Coins.
Auch die Volatilität ging zurück: Der 30-Tage-Implied-Volatilitätsindex BVIV fiel wieder unter 36 %, nachdem er Anfang der Woche beinahe 39 % erreicht hatte. Auf Deribit gehörten BTC-Calls bei 70.000 $, 69.000 $ und 67.000 $ zu den fünf meistgehandelten Wetten; bei Ether lagen Puts bei 1.700 $ und 1.780 $ höher im Ranking.
Unter den Altcoins stieg Ether.fi innerhalb von 24 Stunden um 11,5 %, nachdem tokenisierte Aktien und DeFi-Kredite zur Neobank-Plattform hinzugefügt worden waren. Am Freitag gab der Token jedoch 3,3 % der Gewinne wieder ab. Cosmos legte um mehr als 10 % zu, während sich das Handelsvolumen um 232 % auf 51 Millionen US-Dollar erhöhte.
„Niemand bezahlt mehr für Bitcoin-Upside“, zitiert CoinDesk die On-Chain-Analysten von Glassnode.
Zusammenfassung: Bitcoin: 62.677,42 USD und -1,14 % seit Mitternacht UTC. Spot-Bitcoin-ETFs: 192 Millionen US-Dollar Abflüsse in zwei aufeinanderfolgenden Tagen.
Die größten Bitcoin-Treasuries halten Milliardenbestände
finanzen.net stellt ein Ranking der zehn größten Bitcoin-Treasuries vor. Grundlage sind Angaben von bitcointreasuries.net und Coinglass mit Stand 04.08.2026. Die Bestände werden von Unternehmen, Minern, einer Krypto-Plattform und SpaceX gehalten.
| Rang | Unternehmen | Bitcoin-Bestand | Wert |
|---|---|---|---|
| 10 | Riot Platforms | 15.680 BTC | rund 1,019 Milliarden US-Dollar |
| 9 | Coinbase | 17.311 BTC | etwa 1,125 Milliarden US-Dollar |
| 8 | SpaceX | 18.712 BTC | rund 1,216 Milliarden US-Dollar |
| 7 | Strive | 20.020 BTC | etwa 1,301 Milliarden US-Dollar |
| 6 | Bullish | 24.300 BTC | rund 1,579 Milliarden US-Dollar |
| 5 | Bitcoin Standard Treasury Company | 30.021 BTC | etwa 1,951 Milliarden US-Dollar |
| 4 | MARA | 35.577 BTC | rund 2,311 Milliarden US-Dollar |
| 3 | Metaplanet | 43.000 BTC | etwa 2,792 Milliarden US-Dollar |
| 2 | Twenty One Capital | 43.514 BTC | rund 2,825 Milliarden US-Dollar |
| 1 | Strategy | 842.138 BTC | etwa 54,671 Milliarden US-Dollar |
Strategy steht mit weitem Abstand an der Spitze des Rankings. Das Unternehmen von Michael Saylor hält 842.138 BTC im Wert von etwa 54,671 Milliarden US-Dollar und damit rund 4 Prozent aller jemals existierenden Bitcoin.
finanzen.net beschreibt eine strategische Bitcoin-Reserve als Bestand, den Regierungen, Unternehmen oder Institutionen langfristig als Vermögenswert halten. Als mögliche Motive nennt der Beitrag die Absicherung gegen Inflation, die Diversifizierung von Vermögenswerten und die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit. Die feste Obergrenze von 21 Millionen Coins sowie die durch das Halving vorhersehbare Ausgabe gelten dabei als zentrale Argumente.
Infobox: Größter im Ranking ist Strategy mit 842.138 BTC und einem Wert von etwa 54,671 Milliarden US-Dollar. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Twenty One Capital mit 43.514 BTC und Metaplanet mit 43.000 BTC.
BNB arbeitet an einer Fortsetzung der Kurserholung
Der Binance Coin BNB hat sich laut BTC-ECHO seit Monatsbeginn moderat um fünf Prozentpunkte nach oben bewegt. Ausgehend vom Jahrestief erholte sich der Kurs um 14 Prozent auf aktuell 610 US-Dollar.
Damit notiert BNB wieder oberhalb der 20- und 50-Tagelinie. Für eine bullishe Trendfortsetzung rücken laut der Kursanalyse nun die im Chart erkennbaren Widerstandsmarken in den Mittelpunkt.
BTC-ECHO ordnet die Bewegung als Versuch einer bullishen Trendfortsetzung ein. Der Beitrag konzentriert sich auf die Frage, welche Kursniveaus BNB überwinden muss, damit sich die Erholung fortsetzt.
Zusammenfassung: BNB legte seit Monatsbeginn um fünf Prozentpunkte zu und erholte sich vom Jahrestief um 14 Prozent auf 610 US-Dollar. Der Kurs liegt wieder über der 20- und 50-Tagelinie.
Bitcoin-Zyklus: Halving und Marktphasen prägen die Analyse
ingenieur.de beschreibt den Bitcoin-Markt als Teil eines wiederkehrenden 4-Jahres-Zyklus aus Rekordhoch, Crash, Flaute und einer erneuten Aufwärtsphase. Die Analyse verweist darauf, dass auf starke Kurseinbrüche bislang immer wieder neue Rekordstände folgten.
Als zentralen Mechanismus nennt der Beitrag das Halving. Alle 210.000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre, halbiert das Bitcoin-Netzwerk die Belohnung für Miner. Seit April 2024 beträgt diese Belohnung 3,125 BTC pro Block.
Der beschriebene Ablauf umfasst vier Phasen:
- Halving: Das tägliche Neuangebot halbiert sich.
- Bullenmarkt: Mit einigen Monaten Verzögerung zieht der Kurs an.
- Allzeithoch: Bitcoin markiert rund anderthalb Jahre nach dem Halving neue Rekordstände.
- Bärenmarkt: Mehrere heftige Korrekturen lassen Interesse und Marktstimmung erlöschen.
Der Abstand zwischen Halving und Zyklushoch pendelt laut ingenieur.de stabil um 500 Tage. Im aktuellen Durchlauf habe sich das Hoch rund 545 Tage nach dem Halving gebildet.
Auch die Stärke der Bewegungen habe sich verändert. Die Gewinne je Zyklus gingen von +9.500% auf zuletzt +97% zurück, während der laufende Bärenmarkt bislang rund -54% vom Hoch abgegeben habe; 2015 waren es -87%.
Der Beitrag teilt die Marktphasen zusätzlich in Akkumulation, Expansion, Euphorie und Markdown ein. Aktuell befinde sich der Markt in den finalen Zügen der letzten Etappe, was sich am kollektiven Desinteresse zeige.
„Dass Krypto und Bitcoin eine komplette Geisterstadt sind, ist nicht schlecht – sondern ein Zeichen dafür, dass die Märkte eine gewaltige Gelegenheit zum Akkumulieren bieten“, wird Michaël van de Poppe auf X zitiert.
Gleichzeitig weist ingenieur.de auf mögliche Veränderungen des Zyklus hin. Seit Januar 2024 würden börsengehandelte Spot-ETFs institutionelles Kapital in Bitcoin lenken; diese Nachfrage folge keinem Halving-Kalender. Zudem könnten Zinsen und globale Liquidität den Kursverlauf stärker beeinflussen als in früheren Zyklen.
Die Analyse nennt außerdem die Berechnung von Fundstrat, wonach Bitcoin nahezu seine gesamte Rendite an lediglich zehn Tagen pro Jahr erzielt. Für die Vergangenheit gelte zudem: Wer vier Jahre hielt, sei immer profitabel gewesen. Selbst ein Kauf im November 2021 zum Rekordpreis von 69.000 Dollar habe bis Herbst 2025 bei einem Kurs von 126.000 Dollar zu einer Beinah-Verdopplung geführt.
Infobox: Halving-Zyklus: alle 210.000 Blöcke. Aktuelle Belohnung: 3,125 BTC pro Block. Historische Zyklusgewinne: von +9.500% auf zuletzt +97%; laufende Korrektur: rund -54% vom Hoch.
XRP zwischen wachsender Großinvestoren-Nachfrage und schwachen ETF-Zuflüssen
Börse Express berichtet von einer ungewöhnlich gespaltenen Situation bei XRP. Während große Investoren ihre Bestände ausbauen und XRP zunehmend von Handelsplattformen abziehen, bleibt die Nachfrage über ETFs auffallend schwach.
XRP lag am Ende der regulären Handelswoche bei 1,0035 Dollar und damit 0,45 % niedriger. Der Beitrag stellt die Verteidigung dieser Unterstützung als zentrale kurzfristige Aufgabe dar.
Innerhalb von drei Monaten stieg die Zahl der Wallets mit mindestens einer Million XRP um 32. In der Woche bis zum 11. August sollen große Halter mehr als 380 Millionen XRP zusätzlich gekauft haben.
Auch die Börsenabflüsse werden als Hinweis auf eine zurückhaltende Verkaufsbereitschaft beschrieben. 81 % der von Binance abgezogenen XRP flossen laut Börse Express in Self-Custody-Wallets; über alle Handelsplätze hinweg lag dieser Anteil bei 72 %.
Das Netzwerk verzeichnete gleichzeitig eine stärkere Aktivität. Die Zahl aktiver Adressen stieg von rund 35.000 auf 43.500, während die täglichen Transaktionen von etwa 360.000 auf 490.000 zunahmen.
Zusätzlich brachte Aviva Investors über die Ripple-Infrastruktur eine tokenisierte Anteilsklasse eines US-$-Liquiditätsfonds auf das XRP Ledger. Der Fonds verfügt über ein verwaltetes Vermögen von 1,23 Milliarden $.
Als politisches Hindernis nennt Börse Express den noch nicht verabschiedeten Clarity Act. Nach Darstellung des Beitrags hängt die weitere Entwicklung davon ab, ob das Gesetz gegebenenfalls noch im Herbst verabschiedet wird.
Zusammenfassung: XRP notierte bei 1,0035 Dollar und verlor 0,45 %. Wallets mit mindestens einer Million XRP: +32 % innerhalb von drei Monaten; aktive Adressen: von rund 35.000 auf 43.500; tägliche Transaktionen: von etwa 360.000 auf 490.000.
Inflationsbericht stützt Bitcoin zunächst, löst aber keine nachhaltige Rallye aus
Nach Angaben von TradingView fiel Bitcoin am Donnerstag auf 63.700 $. Der Inflationsbericht entsprach weitgehend den Erwartungen, konnte jedoch keinen ausreichenden Impuls für eine nachhaltige Kryptowährungsrallye erzeugen.
Die Gesamtinflation stieg im Monatsvergleich um 0,1 % und auf Jahresbasis um 3,4 %. Die Kerninflation legte im Monatsvergleich um 0,2 % zu und fiel auf eine Jahresrate von 2,5 %.
| Indikator | Veränderung |
|---|---|
| Gesamtinflation monatlich | 0,1 % |
| Gesamtinflation jährlich | 3,4 % |
| Kerninflation monatlich | 0,2 % |
| Kerninflation jährlich | 2,5 % |
| Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung | etwa 38 %, nach zuvor 46 % |
Die Futures-Märkte senkten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf etwa 38 %, nachdem sie vor Veröffentlichung des Berichts bei 46 % gelegen hatte. Die erste Marktreaktion fiel positiv aus: Gold stieg um 1,3 %, Ether gewann etwas über 1 %, Bitcoin legte um rund 0,5 % zu und die S&P-500-Futures erhöhten sich um 0,2 %.
Die Gewinne im Kryptobereich erwiesen sich jedoch als kurzlebig. Als Gründe nennt TradingView die bereits vor dem Bericht aufgebaute Positionierung und die daraus folgenden Liquidationen. Die erste Marktbewegung habe mehr über Hebelwirkung als über Überzeugung ausgesagt.
Bei den Preiskomponenten stiegen die Wohnkosten nur um 0,1 %. Die Energiepreise sanken um 1,5 %, während Benzin um 2,9 % zurückging.
Im weiteren Jahresverlauf richten Anleger den Blick laut TradingView auf das Jackson-Hole-Treffen der Federal Reserve Ende August, den für den 4. September geplanten US-Arbeitsmarktbericht und die nächste Inflationsveröffentlichung am 11. September.
Infobox: Bitcoin fiel auf 63.700 $. Die Gesamtinflation lag bei 3,4 % auf Jahresbasis, die Kerninflation bei 2,5 %. Die erwartete Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung sank auf etwa 38 %.
Quellen:
- Bitcoin fällt, da die US-Inflation keinen Aufschwung auslöst, ETFs verzeichnen die ersten zweitägigen Verluste im August
- Bitcoin-Reserve in Milliardenhöhe - Die Top 10 BTC-Treasuries
- Kurs-Analyse: Steht BNB vor einem Ausbruch?
- Bitcoin in der Geisterstadt: Warum der 4-Jahres-Zyklus Hoffnung macht
- XRP: Es eskaliert!
- Bitcoin erhielt den gewünschten Inflationsbericht – warum fällt BTC trotzdem?
- Bitcoin Red Team warnt vor massiven Schwachstellen in BTC-Infrastruktur
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