B2B-Onlinehandel übertrifft B2C-Geschäft um mehr als das Dreifache

B2B-Onlinehandel übertrifft B2C-Geschäft um mehr als das Dreifache

Autor: Felix Weipprecht

Veröffentlicht:

Kategorie: eCommerce

Zusammenfassung: Der globale B2B-Onlinehandel übertrifft B2C um mehr als das Dreifache und erfordert Plattformen für komplexe Beschaffung, Freigaben und Logistik.

B2B-Online-Handel übertrifft B2C um mehr als das Dreifache

Der globale B2B-Online-Handel ist laut etailment deutlich größer als der digitale Verkauf an Endkunden. Unter Berufung auf Marketscale.com und DHL berichtet das Magazin, dass B2B-Transaktionen im Netz den klassischen Onlinehandel mit Konsumenten um mehr als das Dreifache übersteigen.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt im E-Commerce zunehmend auf digitale Beschaffung, Lieferantenrecherche und Produktverifikation. Unternehmen nutzen Onlinekanäle nach den im Beitrag genannten Angaben immer stärker, um neue Lieferanten zu finden, Produktinformationen zu prüfen und Bestellungen effizient abzuwickeln.

Die Entwicklung betrifft laut etailment längst nicht mehr nur Bürobedarf. Als Beispiele nennt DHL GE Electrical Grid Solutions, das schwere Komponenten für Stromnetze über einen eigenen Onlineshop anbietet, sowie Boeings Modification Marketplace für zertifizierte Luftfahrtteile. RS Components bedient über seine Plattform rund 500.000 Produkte für mehr als eine Million registrierte Unternehmenskunden.

AspektAngabe aus der Quelle
GrößenverhältnisB2B-Transaktionen im Netz übersteigen den klassischen Onlinehandel mit Konsumenten um mehr als das Dreifache.
Produkte bei RS Componentsrund 500.000 Produkte
Registrierte Unternehmenskunden bei RS Componentsmehr als eine Million

Infobox: Der B2B-Commerce wird laut etailment zum digitalen Leitmarkt. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Onlinebestellungen, sondern auch Lieferantenfindung, Produktprüfung und die effiziente Abwicklung komplexer Beschaffungsprozesse.

Millennials prägen die Erwartungen im Einkauf

Ein wichtiger Treiber des Wandels ist der Generationswechsel in den Beschaffungsabteilungen. Von DHL zitierte Google-Daten zeigen laut etailment, dass inzwischen nahezu die Hälfte aller B2B-Kaufentscheidungen von Millennial-Käufern getroffen wird.

Diese Zielgruppe ist mit digitalen Einkaufsprozessen aufgewachsen und erwartet auch im Geschäftskontext eine schnelle Suche, klare Preise und eine unmittelbare Bestellbestätigung. Anbieter, die weiterhin auf manuelle Abläufe, Medienbrüche oder langsame Freigaben setzen, geraten demnach im Wettbewerb um Budgets und Aufmerksamkeit ins Hintertreffen.

Die Anforderungen unterscheiden sich zugleich deutlich vom privaten Onlinekauf. B2B-Bestellungen betreffen häufig Palettenware, schwere Fracht, verhandelte Staffelpreise und vertragliche Konditionen. Zusätzlich müssen Bestellungen oftmals mehrere Freigabestufen durch Einkauf, Compliance und Finanzen durchlaufen.

Ein einfacher Checkout mit einzelner Nutzerrolle, Sofortzahlung und nur einer Freigabe kann solche Abläufe daher nicht angemessen abbilden. Gefragt sind laut etailment Plattformen, die komplexe Rollen, individuelle Konditionen und mehrstufige Freigabewege integrieren.

  • Schnelle Suche
  • Klare Preise
  • Unmittelbare Bestellbestätigung
  • Abbildung verhandelter Staffelpreise und vertraglicher Konditionen
  • Mehrstufige Freigaben durch Einkauf, Compliance und Finanzen

Infobox: Nahezu die Hälfte der B2B-Kaufentscheidungen wird laut den von DHL zitierten Google-Daten inzwischen von Millennial-Käufern getroffen. Digitale B2B-Plattformen müssen deshalb sowohl einfache Nutzung als auch komplexe Unternehmensprozesse ermöglichen.

Markeneigene Portale und horizontale Marktplätze

DHL beschreibt laut etailment zwei dominante Modelle im digitalen B2B-Handel. Zum einen entwickeln Hersteller markeneigene Portale für bestehende Kunden. Diese Plattformen bieten Kontrolle über Sortiment, Zugriff, Compliance und Produktinformationen, erfordern jedoch hohe Investitionen in Aufbau und Betrieb.

Als Beispiele nennt der Beitrag die Plattformen von GE und Boeing. Boeings Modification Marketplace dient dabei dem Verkauf zertifizierter Luftfahrtteile, während GE Electrical Grid Solutions schwere Komponenten für Stromnetze über einen eigenen Onlineshop anbietet.

Daneben wachsen horizontale Marktplätze, auf denen mehrere Anbieter um dieselbe Unternehmensnachfrage konkurrieren. Besonders sichtbar sind laut etailment Amazon Business und Alibaba. Diese Plattformen bieten breite Sortimente, Vergleichsmöglichkeiten und die Möglichkeit zur gebündelten Beschaffung.

PlattformmodellMerkmaleBeispiele
Markeneigene PortaleKontrolle über Sortiment, Zugriff, Compliance und Produktinformationen; hohe Investitionen in Aufbau und BetriebGE, Boeing
Horizontale MarktplätzeMehrere Anbieter, breite Sortimente, Vergleichsmöglichkeiten und gebündelte BeschaffungAmazon Business, Alibaba

Infobox: Der digitale B2B-Markt wird laut etailment durch markeneigene Portale und horizontale Marktplätze geprägt. Während Hersteller eigene Kundenbeziehungen und Prozesse kontrollieren, bündeln Marktplätze verschiedene Anbieter und Sortimente.

Komplexe Logistik bleibt entscheidend

Für Einkaufsteams können horizontale Marktplätze mehr Transparenz und eine Bündelung der Beschaffung schaffen. Lieferanten müssen im Gegenzug ihre Kataloge, Preisstufen und Servicezusagen präzise steuern.

Die Anforderungen reichen nach Darstellung von etailment bis in die Logistik. Das B2B-Fulfillment muss schwere oder palettierte Sendungen, vertragliche Lieferbedingungen und belastbare Service-Level abbilden.

Eine moderne Nutzeroberfläche allein reicht deshalb nicht aus. Wer die digitale Beschaffung strategisch ausbauen will, muss Prozesse, Daten, Freigaben und Erfüllung gemeinsam betrachten.

Der entscheidende Maßstab ist nicht ein möglichst einfacher Checkout, sondern ein belastbarer B2B-Prozess, der die Realität industrieller Beschaffung digital abbildet.

Infobox: Der Erfolg digitaler B2B-Angebote hängt laut etailment nicht allein vom Checkout ab. Entscheidend ist, ob Plattformen industrielle Beschaffung einschließlich Logistik, Daten, Freigaben und Lieferbedingungen zuverlässig abbilden.

Quellen: